Politik : Auch Riad beschuldigt Teheran

Prinz Salman: Iran hat Tanker angegriffen.

Riad - Nach den USA und Großbritannien hat auch Saudi-Arabien den Iran öffentlich beschuldigt, hinter den mutmaßlichen Angriffen auf zwei Tanker im Golf von Oman zu stecken. Kronprinz Mohammed bin Salman betonte am Sonntag zugleich, dass Saudi-Arabien „nicht zögern“ werde, sein Volk und seine „zentralen Interessen“ zu verteidigen. Israel geht offenbar ebenfalls davon aus, dass Teheran hinter den Vorfällen steckt. Das berichtet der TV-Sender Channel 13 und beruft sich dabei auf einen Regierungsvertreter.

Auf dem norwegischen Tanker „Front Altair“ und dem japanischen Schiff „Kokuka Courageous“ hatten sich am Donnerstagmorgen im Golf von Oman Explosionen ereignet. Washington und London gehen von iranischen Angriffen auf die beiden Schiffe aus. Teheran weist die Vorwürfe nachdrücklich zurück.

Saudi-Arabiens mächtiger Kronprinz sagte der Zeitung „Aschark al Awsat“, der Iran habe ausgerechnet während der Bemühungen von Japans Regierungschef Shinzo Abe, in dem Streit zwischen Teheran und Washington zu vermitteln, die zwei Tanker angegriffen. Saudi-Arabien wolle „keinen Krieg in der Region“, werde aber „nicht zögern“, gegen „jedwede Bedrohung unseres Volks, unserer Souveränität, unserer territorialen Unversehrtheit und unserer zentralen Interessen“ vorzugehen.

Irans Parlamentspräsident Laridschani präsentierte in einer Rede vor dem Parlament einen anderen Schuldigen. „Es scheint, dass die verdächtigen Handlungen auf den Tankern im Golf von Oman die Wirtschaftssanktionen (der USA gegen den Iran) vervollständigen, denn sie (die USA) haben keinerlei Resultate mit diesen Sanktionen erzielt“, sagte er den Nachrichtenagenturen Irna und Isna zufolge. Bereits am Donnerstag hatte Außenminister Dschawad Sarif den USA einen Willen zur „diplomatischen Sabotage“ vorgeworfen.

Die Vorfälle im Golf von Oman ereigneten sich einen Monat nach mutmaßlichen Sabotageakten gegen vier Schiffe vor der Küste der Emirate. Auch in diesen Fällen machten die USA und Saudi-Arabien den Iran verantwortlich. Die USA hatten zuvor ihre Truppen in der Golfregion unter Verweis auf eine angebliche Bedrohung durch den Iran massiv verstärkt. AFP/Tsp

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