Baghus in Syrien : IS-Terrormiliz verliert Großteil ihrer letzten Bastion

Die Terrormiliz IS soll in Syrien kurz vor dem Zusammenbruch stehen. Die Extremisten versuchen nun offenbar, sich unter Zivilisten zu verstecken.

Truppen der Syrischen Demokratischen Kräfte fahren im Kampfgebiet.
Truppen der Syrischen Demokratischen Kräfte fahren im Kampfgebiet.Foto: Delil souleiman/AFP

Wenige Tage nach Beginn einer Offensive haben Truppen unter kurdischer Führung den größten Teil der letzten IS-Bastion in Syrien eingenommen. Kämpfer der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) verschanzten sich in dem Ort Baghus noch in Lagern, meldete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Donnerstag. Der IS steht demnach kurz vor dem Zusammenbruch. Die Extremisten versuchten nun, sich unter Zivilisten zu verstecken.

Videos von Aktivisten bestätigen, dass der IS auf ein Gebiet im Osten des Ortes zurückgedrängt worden ist. Die von Kurden angeführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) hatten am Samstag eine Offensive auf Baghus begonnen. Die internationale Anti-IS-Koalition mit den USA an der Spitze unterstützt sie aus der Luft.

Ein Kommandeur der angreifenden Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF), Adnan Afrin, erklärte, der IS kontrolliere noch ein Wohngebiet von etwa einem Quadratkilometer. Der Vormarsch gehe jedoch nur langsam voran. Der IS habe die Region vermint und setze zahlreiche Selbstmordattentäter ein, darunter auch Frauen. Die IS-Kämpfer seien entschlossen, bis zur letzten Minute Widerstand zu leisten.

Am Mittwoch hatten sich den Menschenrechtsbeobachtern rund 240 IS-Kämpfer den SDF ergeben. Sie wurden nach Angaben von Aktivisten festgenommen und zu Verhören in Lager gebracht. In Baghus sollen noch Hunderte Dschihadisten ausharren, darunter viele aus Europa. In den vergangenen Tagen waren zudem Hunderte Zivilisten geflohen.

Der IS hatte 2014 den Höhepunkt seiner Macht erreicht. Damals kontrollierten die Dschihadisten ein Gebiet, das sich über große Teile Syriens und des Iraks erstreckte. Mittlerweile sind IS-Anhänger auch in anderen Ländern aktiv, etwa Libyen oder Afghanistan.

(dpa)

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