BDI-Mittelstandsausschuss : Kritik an Altmaier: Keine Strategie

Der Mittelstand wirft Wirtschaftsminister Lippenbekenntnisse zum Mittelstand vor: Außer Ankündigungen sei nicht viel passiert, heißt es in einem BDI-Papier.

Beim Mittelstandsausschuss des BDI herrscht Ernüchterung über die Politik von Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU).
Beim Mittelstandsausschuss des BDI herrscht Ernüchterung über die Politik von Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU).Foto: Kay Nietfeld/dpa

Im Mittelstand gibt es Kritik an Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU). Das „Handelsblatt“ (Dienstag) berichtete am Dienstag über ein Papier des Mittelstandsausschusses des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) mit der Überschrift „Enttäuschung über ausbleibende Mittelstandsstrategie“. Darin heiße es unter anderem, Altmaier habe sich zu Beginn seiner Amtszeit als „Minister für den Mittelstand“ bezeichnet, in der Praxis sei er aber über die Ankündigung nicht hinausgekommen.

Der Vorsitzende des BDI-Mittelstandsausschusses, Hans-Toni Junius, sagte dem Blatt: „Wir hören aus der Politik meist die gleiche Botschaft: Der Mittelstand sei das Herz der Wirtschaft, er müsse gehegt und gepflegt werden, er stehe für Stabilität, Erfolg und Verantwortung. Aber bloße Bekenntnisse allein reichen nicht aus.“ Stattdessen explodierten die Energiekosten, die Bürokratie ufere aus und es gebe keine Steuerreform. Zudem werde die Infrastruktur immer schlechter. Es sei gut, dass Altmaier die Wirtschaft entlasten wolle, doch dies allein sei noch „keine tragfähige Strategie“, sagte Junius.

Altmaier will angesichts einer sich eintrübenden Weltkonjunktur Unternehmen in Deutschland entlasten. So will er den Solidaritätszuschlag vollständig abschaffen. Nach den bisherigen Plänen der Koalition profitieren viele Firmen vom Soli-Abbau nicht. Daneben sollen nach Altmaiers Pläne etwa Abschreibungsbedingungen verbessert werden. Bei einer vollständigen Umsetzung würden Unternehmen in Deutschland insgesamt 20 Milliarden Euro pro Jahr weniger Steuern zahlen. Allerdings hat Finanzminister Olaf Scholz (SPD) die Pläne bereits abgelehnt. (dpa)

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