Erdogan fordert Unterstützung von Merkel beim EU-Beitritt

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Update
Berlin-Besuch des türkischen Ministerpräsidenten : Erdogan: "Die Türkei ist in sicheren Händen"
Susanne Grautmann Julian Graeber

11:24 Uhr: Am Washington-Platz vor dem Hauptbahnhof hat sich bereits eine größere Menschenmenge eingefunden und wartet auf den Beginn der Kundgebung.

11:02 Uhr: Erdogan hat seinen ersten offiziellen Auftritt: er spricht in der Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik über die „Die Türkei, Europa und die Welt im 21. Jahrhundert“. Dabei sagt er mit Blick auf Syrien: "Wir können die Augen nicht verschließen." Dort finde die größte menschliche Tragödie des 21. Jahrhunderts in unmittelbarer Nähe zu Europa statt. Die Welt werde für diesen Konflikt einen hohen Preis zahlen. "Die Türkei und Deutschland haben eine lange Kooperation, die weit in die Geschichte zurückweist", sagt Erdogan. Die Bürger türkischer Abstammung seien fester Bestandteil der deutschen Gesellschaft geworden. "Die drei Millionen türkischen Bürger fühlen sich hier wie Zuhause". Allerdings erwartet er, dass Deutschland mehr tue. Die Bundesregierung solle die Türkei auf dem Weg in die EU unterstützen. „Wir wünschen uns, dass sich Deutschland noch stärker einsetzt als bisher.“ Es sei auch Aufgabe der Türkei, die angestoßenen Reformen fortzusetzen. Er erwarte aber ebenso von den „Freunden“ in Deutschland, dass sie sich in dem Prozess für die Türkei stark machten, sagt der Premier. Die Türkei ist seit 1999 Beitrittskandidat, allerdings geraten die Gespräche immer wieder ins Stocken. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel steht einem EU-Beitritt der Türkei skeptisch gegenüber.

10:43 Uhr: Die türkische Gemeinde in Deutschland wünscht sich regelmäßige deutsch-türkische Regierungstreffen. Nötig sei eine institutionalisierte Zusammenarbeit zwischen beiden Staaten, sagte der Bundesvorsitzende Kenan Kolat dem Tagesspiegel. Mindestens einmal im Jahr solle dieses stattfinden. Das gesamte Interview finden Sie hier.

10:35 Uhr: Vor dem Kanzleramt demonstriert eine Gruppe von etwa 20 Personen gegen die Syrienpolitik der Türkei. Kurden und Aramäer beklagen die mangelnde Anerkennung von Minderheiten und fordern die Öffnung der Grenzen zu Syrien. Dort gebe es massive Gewalt gegen die aramäische Minderheit, der jedoch die Flucht in die Türkei nicht ermöglicht werde. So seien nicht nur zwei Bischöfe seit 13 Monaten spurlos verschwunden, sondern vor kurzem auch zwölf Nonnen entführt worden. Dabei kritisierten die Demonstranten vor Ort auch die Rolle der Türkei im Syrien-Konflikt. Die Erdogan-Regierung unterstütze nur den radikalen Teil der Opposition und strebe eine weitere Islamisierung an, hieß es von den Demonstranten

10:30 Uhr: Erdogan wohnt wie bereits vor einigen Monaten US-Präsident Barack Obama auch im Ritz Carlton am Potsdamer Platz. Die Polizei ist vor Ort, allerdings gibt es zurzeit keine größeren Demonstrationen oder Menschenansammlungen vor dem Hotel. Nur ein paar, die einen Blick auf Erdogan erhaschen wollen. Am gestrigen Abend sah die Situation anders aus. Ein Polizeisprecher sagte dem Tagesspiegel, dass rund 150 bis 200 Sympathisanten vor dem Hotel auf ihn gewartet hätten. Und das Warten hatte sich gelohnt, da Erdogan sich kurz Zeit nahm und ein paar Hände schüttelte.

10:25 Uhr: Sein Programm ist vollgepackt: Am Vormittag hält er einen Vortrag zu „Die Türkei, Europa und die Welt im 21. Jahrhundert“ in der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik. Anschließend empfängt ihn Bundeskanzlerin Angela Merkel im Kanzleramt, wo sie auch eine gemeinsame Pressekonferenz abhalten werden. Im Anschluss daran trifft Außenminister Frank-Walter Steinmeier Erdogan im Ritz-Carlton. Der Höhepunkt seines Besuchs wird sicher der Auftritt am Abend im Tempodrom, wo Erdogan zu türkischstämmigen Besuchern sprechen wird.

10:22 Uhr: In der Stadt wird es eine Reihe von Demonstrationen und Straßensperrungen geben, so beispielsweise am Brandenburger Tor, vor dem Kanzleramt und vor dem Hauptbahnhof. Mehr zu den geplanten Demonstrationen und Straßensperrungen finden Sie hier.

10:20 Uhr: Für Erdogan ist es vor allem auch eine Wahlkampfreise in eigener Sache. Denn in der Türkei stehen im März Kommunalwahlen an, bei der Auslandstürken zwar nicht mitwählen dürfen. Abstimmen dürfen sie aber bei den Präsidentenwahlen im Sommer, bei denen Erdogan antreten will. In Berlin leben nach Angaben des Senats mehr als 180.000 Menschen mit türkischen Wurzeln, rund 100.000 von ihnen haben einen türkischen Pass. (mit dpa/AFP)

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