"Wie können die Menschen den Geschehnissen in Syrien zu sehen, wie einem Fußballspiel?"

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Update
Berlin-Besuch des türkischen Ministerpräsidenten : Erdogan: "Die Türkei ist in sicheren Händen"
Susanne Grautmann Julian Graeber
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat den türkischen Ministerpräsidenten Erdogan in Berlin empfangen.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat den türkischen Ministerpräsidenten Erdogan in Berlin empfangen.Foto: dpa

14:09 Uhr: Im nächsten Block geht es um die türkische Wirtschaft und die Zinspolitik. Erdogan geht auf die wirtschaftliche Entwicklung ein und sieht eine positive Entwicklung. "Ich bin ein Ministerpräsident, der gegen die Anhebung der Zinsen ist", sagt er. Aber die türkische Zentralbank sei unabhängig. Sie hatte vor einigen Tagen die Zinsen angehoben.

14:07 Uhr: Die Fragerunde ist eröffnet: die erste Frage richtet sich an Erdogan und die Situation in Syrien. Erdogan sieht keine großen Fortschritte. "In Syrien werden die Leute ausgehungert", sagt der türkische Premier. Das könne man nicht akzeptieren. "Dagegen muss sich die ganze Menschheit stellen", fordert Erdogan und fragt: "Wie können die Menschen da zu sehen, wie bei einem Fußballspiel?" Er spricht von Fehlentscheidungen im UN-Sicherheitsrat und fordert Reformen. Auch Merkel sagt: "Der Schlüssel liegt beim UN-Sicherheitsrat." Auch sie sagt: "Wir unternehmen nicht alles." Man werde auf Russland, China und den Iran einwirken.

14:04 Uhr: Jetzt kommt er zum EU-Prozess. "Wir wünschen uns die Unterstützung der Frau Bundeskanzlerin", sagt Erdogan und blickt zur Seite und schaut Merkel tief in die Augen. Seit 1999 ist die Türkei EU-Beitrittskandidat. Doch die Gespräche stocken immer wieder. Auch Merkel gilt als skeptisch gegenüber einem EU-Beitritt.

14:02 Uhr: Erdogan sieht großes Potenzial im Bereich der Energiepolitik und hofft auf stärkere Zusammenarbeit, gerade im Bereich erneuerbarer Energien.

14:01 Uhr: Im Bereich der Terrorismusbekämpfung betont er ein gemeinsames Vorgehen. In Sicherheitskreisen sieht man das nicht immer so. Dort beklagt man, dass vor allem über die türkisch-syrische Grenze viele deutsche Islamisten in das Krisengebiet und wieder heraus einreisten. Deutsche Sicherheitsdienste wünschten sich da mehr Engagement.

14:00 Uhr: Auch auf den Fußball geht er ein und betont, dass es in vielen Vereinen türkische Fußballer gebe.

13:55 Uhr: "Es freut uns, dass im Bundestag elf türkischstämmige Abgeordnete einen Platz haben", sagt Erdogan. Auch die neue Integrationsministerin Aydan Özoguz (SPD), die bei dem Gespräch dabei war, hebt Erdogan hervor. Er lobt, dass das Optionsmodell bei der doppelten Staatsbürgerschaft aufgehoben werde.

13:53 Uhr: Erdogan dankt Merkel für das schnelle Treffen nach der Wahl und wünscht der neuen Regierung viel Erfolg. Er wünscht ihr auch gute Besserung. Erdogan spricht von "unvergleichlichen" und "intensiven" Beziehungen. Er habe mit Frau Merkel ein "umfassendes Gespräch" geführt.

13:52 Uhr: "Die Türkei und Deutschland haben ein gemeinsames strategisches Interesse" und die Menschen seien eine kulturelle Brücke, sagt Merkel.

13:48 Uhr: "Ich bin nicht nur Bundeskanzlerin derer, die schon über Jahre hier leben, sondern aller hier in Deutschland lebender Menschen", sagt Merkel. Merkel weist darauf hin, dass "wir die Doppelte Staatsbürgerschaft hinnehmen". Man habe auch ausführlich über die Terrorismusbekämpfung gesprochen, der bestehende Dialog werde intensiviert. Auch über die Außenpolitik und den Syrienkonflikt habe man gesprochen. "Die Türkei leistet bei der Aufnahme von Flüchtlingen eine Riesenaufgabe." Die Entwicklungen in Syrien seien "untragbar".

Schwere Proteste in Istanbul
„Ein Zeichen von Dir ist genug“, haben Anhänger des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan auf ein Spruchband geschrieben. Sie wollen es auf einem Parkplatz des Istanbuler Atatürk-Flughafens im Begrüßungsjubel zur Rückkehr des Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan schwenken, doch Ordner kassieren es ein, noch bevor es in die Liveübertragung der Fernsehsender gerät. Die Worte können nur als Drohung verstanden werden, jederzeit zum Kampf gegen die Protestbewegung bereit zu sein.Weitere Bilder anzeigen
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07.06.2013 16:33„Ein Zeichen von Dir ist genug“, haben Anhänger des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan auf ein Spruchband...

13:46 Uhr: Merkel sieht in dem Besuch Ausdruck der guten Beziehungen zwischen Deutschland und der Türkei. Zusammenarbeit in der Wirtschaft und Energiepolitik werde sich fortsetzen. "Wir haben sehr intensiv und konzentriert unser Mittagessen gehabt. Wir haben vereinbart, dass es Austausch von Justizministern gebe, wenn es um Unabhängigkeit der Justiz geht. Wir wünschen uns, dass Reformen Bestand haben." Die Beitrittsverhandlungen seien ein offener Prozess.

13:45 Uhr: Es geht los. Merkel muss Erdogan erstmal darauf hinweisen, wo er hinschauen soll, damit es gute Bilder gibt.

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