Beziehung zu den USA : Saudi-Arabien ernennt Prinzessin zur Botschafterin für Washington

Die Beziehungen zwischen Saudi-Arabien und den USA sind seit dem Mord an Jamal Khashoggi belastet. Nun geht eine neue Botschafterin nach Washington.

Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman.
Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman.Foto: FAYEZ NURELDINE/AFP

Saudi-Arabien ersetzt seinen Botschafter in den USA erstmals durch eine Frau. Prinzessin Rima bint Bandar übernehme den Posten in Washington, wurde am Samstag in einem königlichen Dekret verfügt. Die in den USA ausgebildete Prinzessin sei vom Forbes-Magazin für Nahost an 16. Stelle der 200 mächtigsten Frauen der arabischen Welt gelistet worden, schrieb die saudische Agentur SPA. Ihr Vorgänger Prinz Chaled bin Salman, Sohn des Königs Salman und jüngerer Bruder des mächtigen Kronprinzen Mohammed bin Salman, wurde unterdessen zum stellvertretenden Verteidigungsminister ernannt.

Die Beziehungen zwischen Saudi-Arabien und den Vereinigten Staaten werden derzeit durch den Mord an dem regierungskritischen saudischen Journalisten Jamal Khashoggi belastet. Khashoggi, der für die "Washington Post" Kolumnen geschrieben hatte, war am 2. Oktober im Konsulat seines Landes in Istanbul von saudischen Agenten getötet worden.

Nach Angaben aus Riad hatte der inzwischen entlassene Vize-Geheimdienstchef Ahmad al-Assiri den Einsatz angeordnet, um den im US-Exil lebenden Regierungskritiker in die Heimat zurückzuholen. Der Einsatzleiter habe dann vor Ort eigenständig entschieden, Khashoggi zu töten.

US-Parlamentarier drohen mit Konsequenzen für Saudi-Arabien und machen Kronprinz Mohammed persönlich für den Mord an Khashoggi verantwortlich. Mitte Februar stimmte das Repräsentantenhaus für ein Ende der militärischen Unterstützung für Saudi-Arabien im Jemen-Krieg und forderte Präsident Donald Trump auf, binnen 30 Tagen US-Truppen abzuziehen, die in irgendeiner Form am Jemen-Konflikt beteiligt sind.

Trump steht aber weiter hinter Saudi-Arabien, das er als engen Verbündeten und zahlungskräftigen Kunden der US-Rüstungsindustrie schätzt. (AFP, dpa)

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