Warum auch die Politik auch bei den Hochschulen vor großen Herausforderungen steht

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Bildungsniveau in Deutschland : Noch gibt es zu viele Verlierer
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Die Wissenschaftler kritisieren, dass noch mehr Schüler direkt in Förderschulen eingeschult werden als im Jahr 2003. Dabei hat Deutschland die UN-Konvention zur Inklusion unterzeichnet, wonach alle Schüler in Regelschulen integriert und dort gefördert werden müssen. Bayern und Baden-Württemberg führen beim Anteil der direkt in Förderschulen eingeschulten Kinder mit 4,4 und 4,5 Prozent. Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen haben den Anteil in diesem Zeitraum deutlich gedrückt, in Berlin sank er von 4,5 auf 2,9 Prozent. Den höchsten Anteil von Förderschülern insgesamt hat Mecklenburg-Vorpommern mit acht Prozent, den niedrigsten Rheinland-Pfalz mit 3,8 Prozent.

Gerade Bildungsbenachteiligte könnten erheblich von Ganztagsschulen in verpflichtender Form profitieren, meinen die Forscher. Doch dieses pädagogische Potenzial werde „zu wenig“ ausgeschöpft.

Die Wissenschaftler haben große Zweifel, ob es gelingt, bis zum August 2013 die 589 000 Betreuungsplätze für unter Dreijährige aufzubauen, die nötig sind, um den dann geltenden Rechtsanspruch auf Betreuung einzulösen. Im Jahr 2011 gab es erst 326 000 Betreuungsangebote, es fehlten also 250 000 Plätze. Kritisch sehen die Forscher auch die schnell wachsende Zahl von privaten Grundschulen: um 152 Prozent in zwölf Jahren. Schon zehn Prozent der Kinder lernen dort. Der Staat müsse sich Gedanken darüber machen, dass sein Angebot die Bedürfnisse der Eltern nicht befriedige, erklärte Horst Weishaupt vom DIPF. Die Frage stehe im Raum, ob der hohe Anteil von Privatschülern noch dem Geist der Verfassung entspreche. Dort werden Hürden für Gründungen „privater Volksschulen“, etwa ein „besonderes pädagogisches Interesse“, formuliert.

Vor Herausforderungen steht die Politik nach Meinung der Autoren auch bei den Hochschulen. Die Studienanfängerquote sei zwischen 2006 und 2011 „explosionsartig“ gestiegen: auf 55 Prozent am Altersjahrgang. Im Hochschulpakt, mit dem Bund und Länder neue Studienplätze aufbauen, fehlten 300 000 Plätze bis zum Jahr 2015. Noch nach den doppelten Jahrgängen sei mit einer Anfängerquote von 50 Prozent zu rechnen.

Ties Rabe, Präsident der Kultusministerkonferenz, erklärte, die Länder seien „mit dem Ausbau von Kitas und Ganztagsangeboten auf dem richtigen Weg“. Auch Cornelia Quennet-Thielen, Staatssekretärin im Bundesbildungsministerium, lobte Fortschritte. Kinder, die unter ungünstigen Bedingungen aufwachsen, müssten aber „gezielt“ unterstützt werden. Die Grünen im Bundestag sprachen von Fortschritten „im Schneckentempo“ und forderten, dem Bund im Grundgesetz mehr Mitwirkung im Schulwesen zu erlauben.

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