• Bizarrer Namensstreit: Rosenkrieg zwischen Doris Schröder-Köpf und Ex-Mann Gerhard Schröder

Bizarrer Namensstreit : Rosenkrieg zwischen Doris Schröder-Köpf und Ex-Mann Gerhard Schröder

Zwischen den Ex-Ehepartnern ist ein Streit um den Nachnamen entbrannt. Schröder-Köpf will vor Gericht ziehen. Der Ex-Kanzler verteidigt sich via "Bild".

Die SPD-Abgeordnete Doris Schröder-Köpf steht am 21.09.2017 im Landtag in Hannover (Niedersachsen).
Die SPD-Abgeordnete Doris Schröder-Köpf steht am 21.09.2017 im Landtag in Hannover (Niedersachsen).Foto: picture alliance / Holger Hollem

Ein Jahr nach der Scheidung von Altbundeskanzler Gerhard Schröder sagte die Politikerin Doris Schröder-Köpf, 55, ihr Ex-Mann habe sie aufgefordert, den Namen Schröder abzulegen. „Er vertritt die Ansicht, dass immer nur die aktuelle Ehefrau seinen Namen tragen soll“, sagte Schröder-Köpf in einem Interview mit der Wochenzeitung "Die Zeit". Dies sei, „zumal bei einem Allerweltsnamen wie Schröder, ein völlig absurdes Ansinnen“. Schröder-Köpf: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass Willy Brandt mit einem ähnlichen Verlangen an die Mutter seiner Söhne, Rut Brandt, herangetreten sein könnte. Wie auch immer: gut, dass Geschiedene selbst entscheiden können, mit welchem Namen sie in das neue Leben nach der Trennung gehen wollen.“

Schröder-Köpf war 21 Jahre lang mit Gerhard Schröder verheiratet, der von 1998 bis 2005 Bundeskanzler war. Seit 2013 ist sie SPD-Landtagsabgeordnete in Niedersachsen sowie Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe. Die ehemalige Journalistin bezeichnet sich selbst als „feministische Pragmatikerin“: „Schwach in der Theorie, stärker in der Praxis, auf dem Feld, im täglichen Leben.“

Der Altbundeskanzler wies die Vorwürfe gegenüber der "Bild"-Zeitung zurück. Die Behauptung entbehre jeder Grundlage und sei "an Absurdität nicht mehr zu überbieten", sagte Schröder der "Bild".

Aus heutiger Sicht hätte sie in ihrer Zeit als Kanzlergattin öffentlich mehr für die Sache der Frauen tun können, sagte Schröder-Köpf der "Zeit". Damals habe sie allerdings das Gefühl gehabt, dass Deutschland in Sachen Frauen auf einem sehr guten Weg sei. Der Frauenanteil im Parlamenten sei mit jeder Wahl gestiegen, das rot-grüne Kabinett Schröder habe viele starke, durchsetzungsfähige Frauen gehabt. „Ich hatte einfach nicht den Eindruck, dass es für weitere Fortschritte die Gattin des Kanzlers braucht“, sagt Schröder-Köpf.

Heute plädiert sie für ein Gesetz, das den Frauenanteil in den Parlamenten erhöhen soll: „SPD und CDU werden von Frauen geführt, wir haben weibliche Vorsitzende bei Grünen und Linken. Wann, wenn nicht jetzt, können wir ein Paritätsgesetz einführen?", so Schröder-Köpf. (Tsp)

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