Lesen Sie hier, was am Samstag geschah.

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Blog zum Nachlesen : Der neue Bundespräsident: Wie Joachim Gauck nominiert wurde

00:00: Das, was Angela Merkel am meisten verhindern wollte, könnte jetzt doch passieren: Die Opposition droht mit der Benennung eines eigenen Kandidaten. Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel sagte der "Bild am Sonntag": "Wenn Frau Merkel und die CDU/CSU/FDP-Koalition keine ernsthaften Gespräche mit uns führt, wären wir in der Pflicht, einen besseren Gegenvorschlag zu machen". Eine Kandidatensuche nach dem Motto “Friss Vogel oder stirb“ werde es nicht geben. Einem von der Koalition vorgesetzten Kandidaten wollen SPD und Grüne nicht zustimmen. Gabriel äußerte aber die Hoffnung, dass es nicht so weit kommen werde.

Für die Regierungskoalition wäre es ein Risiko, wenn die Opposition einen eigenen Kandidaten benennen würde. Denn in der Bundesversammlung, die den Bundespräsidenten wählt und sich derzeit aus etwa 1240 Wahlleuten zusammensetzt, hat die Koalition nur noch eine eigene Mehrheit von wenigen Stimmen.

Damit das Vertrauen der Bürger in die gemeinsame Handlungsfähigkeit der Parteien nicht leide, sollte ein Kandidat so schnell wie möglich gefunden werden, sagte Gabriel. Aus Zeitdruck werde man aber keine unnötigen Kompromisse schließen. “Bei der Kandidatensuche geht Qualität vor Schnelligkeit.“

21:00: Wie auch die Nachrichtenagentur dpa berichtet, kann sich das CSU-Präsidium Petra Roth (CDU) als neue Bundespräsidentin vorstellen. Bei der CSU-Präsidiumssitzung hätten sich einige Teilnehmer für eine Kandidatur der Frankfurter Oberbürgermeisterin ausgesprochen, heißt es. Genannt wurde auch der frühere Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland, Wolfgang Huber. Bei Huber sei aber in der Sitzung nicht ganz klar geworden, ob er überhaupt Interesse habe, hieß es anschließend. Es sei aber klares Ziel der CSU, eine Kampfkandidatur möglichst zu vermeiden.

CSU-Chef Horst Seehofer hofft auf einen schnellen Abschluss der Suche nach einem neuen Bundespräsidentenkandidaten noch an diesem Wochenende. Er werde am Sonntag zurück nach Berlin fahren, wo es weitere Gespräche innerhalb von Union und FDP geben werde, sagte er am Samstag in München nach einer CSU-Präsidiumssitzung. „Dann nehme ich an, dass das Ganze eine Schlussdynamik erhält. Ich würde es mir wünschen.“

20:15: Nach der Absage von Norbert Lammert lichtet sich das Feld. Einfacher wird die Suche nach einem Wulff-Nachfolger dadurch nicht. Mit Huber kann sich die FDP wohl nicht richtig anfreunden, wie zu hören ist. Zu viel SPD steckt in ihm. Gauck, den mittlerweile vor allem die Liberalen am stärksten zu unterstützen scheinen, hat bei der Union kaum Chancen. Es stockt also. Ein Ausweg kann nun wohl vor allem der ominöse dritte Kandidat oder dritte Kandidatin sein, der oder die aber erst noch gefunden werden muss.

18:00: Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) wird nicht mehr als Nachfolger des zurückgetretenen Bundespräsidenten Christian Wulff gehandelt. Das verlautete am Samstag aus mehreren Quellen. Aus CSU-Kreisen in München hieß es, Lammert habe abgesagt. Damit ist die Suche nach einem geeigneten Konsenskandidaten für das höchste Staatsamt weiterhin schwierig. Als ein möglicher Kandidat wurde noch der frühere evangelische Bischof Wolfgang Huber gehandelt.

16:00 Uhr: Die SPD stellt neue Bedingungen für die Wahl des Bundespräsidenten. Der Nachfolger von Christian Wulff sollte „nach Möglichkeit kein aktiver Politiker einer Partei“ sein, sagte SPD-Chef Sigmar Gabriel am Samstag in Berlin. Bereits zuvor hatte die SPD-Spitze als Vorgabe formuliert, dass auch aktive Kabinettsmitglieder der Regierung Merkel ausscheiden.

Wer vielleicht auch in das Schloss Bellevue einziehen könnte: Sehen Sie hier unsere nicht völlig ernst gemeinten Vorschläge:

15:28 Uhr: Dem Vernehmen nach wird auch Joachim Gauck von der schwarz-gelben Koalition als möglicher kommender Bundespräsident gehandelt. Aus Koalitionskreisen heißt es, Lammert, Gauck und Huber seien im Rennen. Demnach sei vor allem Huber für die FDP schwer zu akzeptieren. Das gleiche gelte für Klaus Töpfer, der offenbar nur noch mit großem Abstand zum Feld der Kandidaten gerechnet werden kann. Umgekehrt machen sich vor allem die Liberalen für Gauck stark, der wiederum in der CDU kaum Fürsprecher hat. Kurz gesagt: Es bleibt unübersichtlich.

14:48 Uhr: Im Gespräch für die Nachfolge von Bundespräsident Christian Wulff sind nach Informationen aus Koalitionskreisen derzeit Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) und der frühere evangelische Bischof Wolfgang Huber. Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen, heißt es aus Koalitionskreisen. Der 69-jährige Huber war bis 2009 Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland. Er stehe der SPD näher als der Koalition, sei aber auch bei Union und FDP anerkannt, heißt es. Huber würde deshalb nicht als Signal für eine große Koalition gewertet.

Was Bürgerinnen und Bürger zum Rücktritt Wulffs sagen:

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Umfrage zum Rücktritt von Christian Wulff
Umfrage zum Rücktritt von Christian Wulff

14:26 Uhr: Wie die Nachrichtenagentur dpa meldet, steht der Präsident des Bundesverfassungsgerichts Andreas Voßkuhle nicht als Kandidat für das Bundespräsidentenamt nicht zur Verfügung. Auf den 48 Jahre alten Voßkuhle hätten sich demnach die Spitzen von Union und FDP geeinigt. Nach Bedenkzeit habe Voßkuhle abgesagt.

13:29 Uhr: Auf der Suche nach einem neuen Bundespräsidenten haben Koalition und Opposition für Sonntagabend ein Spitzentreffen verabredet. Dies erfuhr die Nachrichtenagentur dapd am Samstag aus Kreisen der SPD-Spitze in Berlin. Mit dabei sind demnach die Parteichefs von CDU, CSU, FDP, SPD und Grünen sowie eventuell die Fraktionsspitzen. Am Samstagnachmittag werden sich erst einmal die Partei- und Fraktionsspitzen SPD und Grüne zur Kandidatensuche äußern, und zwar auf einer gemeinsamen Pressekonferenz.

Die Tatsache, dass das schwarz-gelbe Spitzengespräch schon lange vor der zunächst angesetzten Zeit zu Ende war, wurde in Koalitionskreisen als „hoffnungsvolles Zeichen“ gewertet. Im Vorfeld hatten sich Union und FDP das Ziel gesetzt, nicht ohne einen gemeinsamen Vorschlag für die Wulff-Nachfolge auseinanderzugehen, der dann SPD und Grünen präsentiert werden soll. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte angekündigt, den nächsten Bundespräsidenten im Konsens mit SPD und Grünen wählen zu lassen.

Aus Koalitionskreisen hieß es auch, der frühere CDU-Umweltminister Klaus Töpfer sei aus dem Rennen. Der von der SPD favorisierte Ex-DDR-Bürgerrechtler Joachim Gauck, der 2010 gegen Christian Wulff verloren hatte, scheint im Lager von Union und FDP kaum durchsetzbar. Wie es weiter hieß, fielen in den Beratungen unter anderem die Namen von Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) und des Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts, Andreas Voßkuhle.

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