Brennende E-Roller, zerbrochene Scheiben : Gewalttätige Randale bei Klimaprotest in Paris

Laut Polizei mischten sich gewaltbereite Aktivisten unter einen friedlichen Klima-Protest. Greenpeace rief zum Verlassen der Demonstration auf.

Vermummte brechen eine Barrikade bei dem Klimaprotest in Paris.
Vermummte brechen eine Barrikade bei dem Klimaprotest in Paris.Foto: Zakaria ABDELKAFI / AFP

Eine Klimademonstration in Paris mit rund 15.000 Teilnehmern ist am Samstag von Gewalt von Linksradikalen überschattet worden. Gewaltbereite Mitglieder des sogenannten Schwarzen Blocks mischten sich nach Behördenangaben unter die Teilnehmer der Klimakundgebung, zündeten Abfalleimer an und schlugen Scheiben ein.

Die Polizei setzte Tränengas ein, es gab mehr als 160 Festnahmen. Zwei der Veranstalter forderten die Demonstranten wegen der Gewalt auf, nach Hause zu gehen. Auf TV-Bildern waren zudem brennende E-Tretroller. Sicherheitskräfte setzten in der südlichen Innenstadt Tränengas ein.

Die Polizei forderte friedliche Demonstranten auf, sich beim „Marsch für das Klima“ von gewalttätigen Gruppen zu distanzieren. Die Umweltweltorganisation Greenpeace rief Anhänger zum Verlassen der Demonstration auf. Unter den Gewalttätern, die sich unter die friedlichen Demonstranten gemischt hatten, waren laut Medien auch Vermummte.

Bei einem Protest Hunderter Anhänger der „Gelbwesten“-Bewegung setzte die Polizei in der Nähe der Prachtstraße Champs-Élysées im Westen der Innenstadt ebenfalls Tränengas ein, wie französische Medien berichteten. Auf dem kilometerlangen Boulevard galt ein Demonstrationsverbot. Die Polizei setzte nach früheren Angaben über 7000 Beamte ein.

Auch Proteste der „Gelbwesten“

Anhänger der „Gelbwesten“ protestieren seit vergangenem November gegen die Reformpolitik von Präsident Emmanuel Macron und soziale Ungerechtigkeit. Die Bewegung ist zersplittert und nicht zentral organisiert, die Themenpalette mittlerweile sehr breit. Häufig tragen die Demonstranten auch gar nicht mehr einheitlich die gelben Warnwesten, nach denen die Bewegung benannt ist.

In der Hauptstadt waren bei sonnigem Spätsommerwetter viele Menschen unterwegs. Zahlreiche öffentliche Gebäude, darunter auch Ministerien, waren für Besucher im Zuge einer jährlichen Veranstaltung geöffnet.

Am Freitag hatte es weltweit Demonstrationen für Klimaschutz gegeben mit insgesamt mehreren Millionen Teilnehmern. Von diesen Proteste der Fridays-for-Future-Bewegung sind keine gewalttätigen Ausschreitungen bekannt geworden. (AFP, dpa)

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