Politik : Britische Soldaten verhört

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London/Teheran/Berlin - Einen Tag nach der Gefangennahme von 15 britischen Seeleuten durch Irans Marine hat sich der Streit zwischen Teheran und London verschärft. Teheran warf Großbritannien einen „feindlichen Akt“ vor. Die britischen Soldaten hätten gestanden, in iranischen Hoheitsgewässer gewesen zu sein. London bekräftigte dagegen, die 15 Matrosen und Marinesoldaten seien am Freitag widerrechtlich in irakischen Hoheitsgewässern gefangen genommen worden.

Die Briten wurden nach Teheran gebracht, wo sie „Erklärungen für ihren aggressiven Akt“ geben sollten, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Fars. Sie hätten zugegeben, in iranische Gewässer eingedrungen zu sein. In Londoner Regierungskreisen wird befürchtet, dass sich der Zwischenfall zu einer politisch motivierten Geiselkrise auswachsen könnte. Außenministerin Margaret Beckett forderte die „sofortige und sichere Heimkehr unserer Mannschaften“. Dies wurde Irans Botschafter am Samstag übermittelt, der dazu ein zweites Mal ins Außenministerium einbestellt worden war.

Die deutsche EU-Ratspräsidentschaft forderte die iranische Regierung zur umgehenden Freilassung der britischen Seeleute auf. Sie stehe in dieser Angelegenheit in enger Abstimmung mit London, hieß es in der in Berlin veröffentlichten Erklärung. London wirft Teheran seit Jahren vor, im britisch kontrollierten Süden des Iraks durch Waffenlieferungen an schiitische Gruppierungen Angriffe auf britische Soldaten zu unterstützen. dpa

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