Bulgarien : Parlament lehnt Misstrauensantrag ab

Das bulgarische Parlament hat einen Misstrauensantrag gegen die Regierung wegen des öffentlichen Gesundheitssystems abgelehnt.

Sofia - Die Opposition, die den Antrag in der vergangenen Woche eingebracht hatte, bezeichnete das Gesundheitssystem des Landes darin als chaotisch und korrupt und warf der liberalen Regierungskoalition "totales Versagen" vor. 163 Abgeordnete stimmten gegen den Antrag, 60 sprachen sich dafür aus, und einer enthielt sich.

Der ehemalige Ministerpräsident Iwan Kostow warf der Regierung vor, seine Reform von 1999 nicht fortgesetzt zu haben, mit der die aus der Zeit vor der Wende stammende Praxis eines Festgehalts für Ärzte beendet wurde. Heute können die Bulgaren ihren Hausarzt wählen, und die Mediziner werden nach der Anzahl der Patienten bezahlt, die sie behandeln. Die Krankenkasse zieht sechs Prozent der Gehälter von Lohnabhängigen ein. Insgesamt sind 4,3 Prozent des bulgarischen Staatshaushalts 2007 für das öffentliche Gesundheitswesen reserviert.

In der vergangenen Woche hatten mehrere tausend Beschäftigte aus dem Pflegebereich, vor allem schlecht bezahlte Krankenschwestern, in Sofia für "mehr Geld für die Gesundheit des Volkes" demonstriert. Der sozialistische Ministerpräsident Sergej Stanischew erklärte, seine Regierung arbeite an einer neuen Strategie für das Gesundheitswesen. (tso/AFP)

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