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Bundeskanzlerin in Island : Merkel sieht in Deutschland Nachholbedarf bei Gleichberechtigung

In der Wirtschaft und der Politik herrsche noch längst keine Parität, so die Kanzlerin in Reykjavik. Deutschland müsse daher im Vergleich zu Island „nachholen“.

Islands Premierministerin Katrin Jakobsdottir und Bundeskanzlerin Angela Merkel.
Islands Premierministerin Katrin Jakobsdottir und Bundeskanzlerin Angela Merkel.Foto: Halldor Kolbeins/AFP

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Deutschland Nachholbedarf bei der Gleichberechtigung von Frau und Mann attestiert. Im Vergleich zu Island müsse die Bundesrepublik "noch nachholen" sagte Merkel am Montagabend in der Sommerresidenz von Islands Ministerpräsidentin Katrín Jakobsdóttir im Thingvellir-Nationalpark bei Reykjavik. "Gerade in der Wirtschaft ist es bei uns so, aber auch in der Politik, dass die Frauen noch längst nicht die Parität erreicht haben", fügte die Kanzlerin im Beisein von Islands Ministerpräsidentin Katrin Jakobsdottir hinzu.

An der Seite von Jakobsdóttir verwies Merkel auf die guten Beziehungen, die Deutschland und Island pflegten. Die beiden Länder verbinde viel, unter anderem durch Studenten und auch Touristen, die sich von der Faszination Islands begeistern ließen.

Die Kanzlerin war am Montagabend auf der nordeuropäischen Insel gelandet. Am Dienstagvormittag ist der Besuch eines Geothermie-Kraftwerks in Hellisheidarvirkun geplant, bevor Merkel zum Mittagessen die Regierungschefs der nordischen Länder - Dänemark, Finnland, Island, Norwegen und Schweden - trifft. Anlass ist das jährliche Treffen des Nordischen Rats, zu dem Merkel dieses Jahr eingeladen wurde.

Neben der Gleichberechtigung wollten die beiden Regierungschefs über Demokratie und den Klimawandel sprechen. Merkel sprach im Zusammenhang mit der Dekarbonisierung von "ambitionierten Zielen" Islands, die mit den natürlichen Gegebenheiten der Insel zusammenhingen.

"Vom Wandel der Mobilität bis zu den Fragen der Energieerzeugung, glaube ich, haben wir auch gemeinsame Herausforderungen", sagte die Kanzlerin. Ihre bisherige Bekanntschaft mit dem Land sei gewesen, dass sie wegen des Ausbruchs des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull 2010 nur über Umwege aus Amerika nach Deutschland zurückreisen konnte, sagte Merkel. Die Aschewolke des Vulkans hatte damals den Flugverkehr in weiten Teilen Europas lahmgelegt.

„Ich erwähne das deshalb, weil wir am Beispiel von Island noch einmal stärker lernen können, dass der Mensch mit der Natur pfleglich umgehen muss und dass er ein Stück Demut zeigen muss auch gegenüber der Natur“, sagte Merkel. Es tue der Menschheit gut, ab und zu daran zu erinnert zu werden, welche Kraft, aber auch welche Schönheit die Natur habe, fügte sie hinzu. (AFP, dpa)

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