Bundeswehr : Kritik an neuer Definition von Veteranen

Opposition kritisiert mangelnde Abgrenzung von Ex-Soldaten mit Auslandseinsätzen. Ministerin von der Leyen habe sich um schwierige Frage "herumgemogelt".

Dass sie nach ihrem Dienst Veteranen sein werden, ist unstrittig: Bundeswehr-Soldaten im Mali-Einsatz.
Dass sie nach ihrem Dienst Veteranen sein werden, ist unstrittig: Bundeswehr-Soldaten im Mali-Einsatz.Foto: Michael Kappeler/dpa

An der neuen Definition des Begriffs Veteran für frühere Bundeswehrsoldaten ist Kritik laut geworden. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) habe sich "um die schwierige Frage, was ein Veteran ist, herumgemogelt, indem sie die größtmögliche Definition gewählt hat", sagte der Grünen-Politiker Tobias Lindner der "Bild"-Zeitung von Montag. "Im Ergebnis ist ein Veteran bei der Bundeswehr nichts anderes als ein Reservist." In der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" forderte Lindner das Verteidigungsministerium dazu auf, die Hintergründe dem Verteidigungsausschuss bei seiner nächsten Sitzung zu schildern.

Das Verteidigungsministerium und die größten militärischen Interessenvertretungen hatten sich nach jahrelangem Streit auf eine Definition verständigt, wer in Deutschland als Veteran gilt. Demnach fallen unter den Begriff alle Soldaten, die je in der Bundeswehr gedient haben. Aktive werden ebenso erfasst wie Reservisten, die nur zeitweise in den Streitkräften dienen, sowie ehemalige Soldaten, die die deutschen Streitkräfte endgültig verlassen haben.

FDP fordert "Einsatzveteran" als zusätzlichen Begriff

Auch der FDP-Verteidigungsexperte Marcus Faber kritisierte, der Veteranenbegriff sei weitestmöglich gefasst worden und widerspreche "einer intuitiven Definition von ehemaligen Soldaten im Einsatz". "Die Abgrenzung zu Soldaten mit Auslandseinsätzen und Gefechtserfahrung wird unabdingbar sein", sagte Faber der "Bild". Er halte den zusätzlichen Begriff der "Einsatzveteranen" für zwingend notwendig, "um ihre großen Anstrengungen angemessen auszuzeichnen".

Linken-Verteidigungspolitiker Alexander Neu kritisierte in der "FAZ", dass Angehörige der Nationalen Volksarmee (NVA) der ehemaligen DDR nicht eingeschlossen werden. Der Chef des Verbands Deutscher Einsatzveteranen, Bernhard Drescher, sagte "Bild", die Definition gehe am Betroffenen vorbei. Das Thema müsse weiter diskutiert werden, zumal in dem neu definierten Begriff auch Kameraden eingeschlossen seien, die sich selber damit nicht identifizierten.

Verteidigungsministerin von der Leyen verteidigte die Lösung. Es sei gut, "dass nun gemeinsam mit den großen Verbänden ein weiter Rahmen gespannt wurde, unter dem sich möglichst viele aktive und ehemalige Soldaten der Bundeswehr versammeln können", sagte sie der "Bild". (AFP)

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