Casdorffs Agenda : Die Bundesregierung sollte sich endlich auf das Regieren verständigen

Die Mitglieder der Bundesregierung treffen sich zu einer Kabinettsklausur in Schloss Meseberg. Sie sollten sich auf einen Wettbewerb der guten Ideen einigen. Und debattieren.

Scloss Meseberg: Das Gästehaus der Bundesregierung, aufgenommen von der Rückseite.
Scloss Meseberg: Das Gästehaus der Bundesregierung, aufgenommen von der Rückseite.Foto: dpa/Stephanie Pilick

Schluss mit den düsteren Mienen! Wir haben eine Regierung, endlich, auch noch eine, die handlungsfähig ist, weil Profis drinsitzen – dann soll sie es auch tun: regieren. Und debattieren. Und einen Wettbewerb der guten Ideen veranstalten. Darauf könnten sich die Damen und Herren bei ihrer kommenden Kabinettsklausur in Meseberg, im Gästehaus der Bundesregierung, als erstes mal verständigen.

Apropos Gästehaus: Das ist nicht nur schön gelegen, sondern auch ein guter Ort zur Erinnerung. Daran, dass die Amtsinhaber gewissermaßen Gäste in der Regierung sind und ihre Zeit nutzen müssen. Das schaffen sie nicht, wenn sie immer so tun, als ob Politik und Macht nur niederdrückend wären.

Wer sich die Gesichter so anschaut, kann den Eindruck bekommen, als litten manche. Das Amt als Zumutung? Niemand ist gezwungen zu regieren. Es geht um eine Haltung, die angemessen ist. Heute die Gesellschaft von morgen anlegen zu können, ist ein Privileg; gestalten zu dürfen eine großartige Sache.

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Ein bisschen wie bei Novalis, dem Schriftsteller der Frühromantik: „Für uns ist Handeln Leben/Macht zu üben nur Genuss.“ Allerdings verbunden mit geziemender Demut vor dem Souverän, dem Bürger. Im Übrigen soll die ganze Woche die Sonne scheinen. Auch über Meseberg.

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