Casdorffs Agenda : Die Polizei braucht jetzt eine Strategie gegen Rassismus

Scheinbar konnten sich mehrere Polizisten unter dem Pseudonym „NSU 2.0“ sammeln. Wieso wurden sie nicht früher als Rassisten erkannt? Ein Kommentar.

Das hessische LKA ermittelt weiter im Fall einer offenbar rechtsextremen Chatgruppe innerhalb der Polizei in Frankfurt.
Das hessische LKA ermittelt weiter im Fall einer offenbar rechtsextremen Chatgruppe innerhalb der Polizei in Frankfurt.Foto: Boris Roessler/dpa

Die Türkische Gemeinde in Deutschland (TGD) fordert wegen des Drohbriefs an die Rechtsanwältin Seda Başay-Yıldız und ihre Familie in Frankfurt/Main strukturelle Konsequenzen innerhalb der Polizei statt leerer Worte. Recht hat sie!

Wenn sich wirklich mehrere Polizisten unter dem Pseudonym „NSU 2.0“ gesammelt haben, stellt sich schon die Frage: Wie konnten diese Beamten bisher nicht als Rassisten erkannt werden?

Die TGD verlangt, auch das mit Recht, eine „ernstgemeinte Auseinandersetzung mit institutionellem Rassismus in den Sicherheitsbehörden“. Das wären dann Ermittlungen der Bundesanwaltschaft und eine langfristige Strategie.

Denn die Instanzen, die unsere freiheitlich-demokratische Gesellschaft schützen sollen, dürfen sie nicht von innen her bedrohen. Polizeibeauftragte in Bund und allen Ländern, angesiedelt bei den Parlamenten, könnten in dem Sinn eine erste strukturelle Konsequenz sein.

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