Casdorffs Agenda : Divisionen von Papier

Die Nato ist an ihren Grenzen. Das ist gefährlich, in einer Welt, die zunehmend wieder unfriedlich wird. Ein Kommentar.

In der Greifen-Kaserne in Torgelow fährt ein Kolonne mit Leopard-Panzern zu einer deutsch-niederländischen Militärübung.
In der Greifen-Kaserne in Torgelow fährt ein Kolonne mit Leopard-Panzern zu einer deutsch-niederländischen Militärübung.Foto: picture alliance / Bernd Wüstnec

Die Nato ist an ihren Grenzen - das zeigen die jüngsten Berichte. Dass Bürokratie ihr ein arger Feind sein kann, war ja bekannt. Dass sie aber die Sicherheit der Staaten des westlichen Verteidigungs- und Wertebündnisses drastisch einschränkt, ist mehr als ein Ärgernis. Es ist gefährlich in einer Welt, die zunehmend wieder unfriedlich wird. Was tun? Erst einmal Bürokratie abbauen und der Nato Bewegungsmöglichkeiten verschaffen. Truppenverlegungen dürfen nicht scheitern, weil vorher noch Divisionen von Papier ausgefüllt werden müssen. Dann müssen die Partner darüber befinden, wie sie der massiven Reduzierung von Truppenteilen und Waffensystemen, der Aushöhlung von Strukturen und der Reduzierungen in der Kommandostruktur begegnen wollen. Und zwar rasch. Denn jede Veränderung erfordert wiederum Zeit. Die deutschen Bündnispartner könnten zum Beispiel erwägen, ob es wirklich eine so kluge Idee war, die Wehrpflicht in unruhigen Zeiten ruhen zu lassen. Jedenfalls ist die Bundeswehr so, wie sie jetzt ist, längst an ihre Grenzen gestoßen.

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