Casdorffs Agenda : Erdogan sollte nicht jene angreifen, die ihm helfen könnten

Die türkische Lira hat mehr als 20 Prozent an Wert verloren. Will Präsident Erdogan die wirtschaftliche Wende schaffen, ist er auf Hilfe angewiesen - womöglich auch von Deutschland.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan Ende November.2017 im Parlament in Ankara (Türkei).
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan Ende November.2017 im Parlament in Ankara (Türkei).Foto: Burhan Ozbilici/AP/dpa

Recep Tayyip Erdogan - der türkische Präsident will immer den Eindruck erwecken, Herr der Lage zu sein. Gerne greift er andere an, gerne die Bundesrepublik. Manche sagen: Er hetzt. Und jetzt? Im Vergleich zum Euro hat die türkische Währung innerhalb eines Jahres mehr als 20 Prozent an Wert verloren, mit immer neuen Tiefstwerten. Mehr als 4,7 Lira für einen Euro, das ist bitter. Aber auch im Hinblick auf andere Währungen, beispielsweise Dollar, Pfund oder Franken, sieht es nicht gut aus.

Die guten Wachstumsraten, von denen Erdogan spricht, überzeugen Fachleute in diesen Ländern nicht. Zumal es schlechtere Zahlen bei Arbeitslosigkeit und Inflation gibt. Summa summarum: Die Zeit für eine Wende ist nicht üppig bemessen. Wer hetzt, kann auch zum Gejagten werden. 2019 finden in der Türkei Präsidentschafts- und Parlamentswahlen statt. Bis dahin muss Erdogan Herr der Lage sein. Am besten, indem er aufhört, die anzugreifen, die ihm am ehesten helfen könnten.

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