Casdorffs Agenda : Kleider machen Grüne

Die Fraktionschefin der Grünen, Katrin Göring-Eckardt, gibt ihren Kollegen Bekleidungshinweise. Sie sollten sich ein Beispiel an den Franzosen nehmen. Ein Kommentar.

Katrin Göring-Eckardt (l), Vorsitzende der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, und ihre Kollegin Franziska Brantner nterhalten sich am 16.01.2018 zu Beginn der Fraktionssitzung der Partei im Deutschen Bundestag in Berlin.
Katrin Göring-Eckardt (l), Vorsitzende der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, und ihre Kollegin Franziska Brantner...Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt hat ihren Kollegen zum 55. Jahrestag des epochalen Elysée-Vertrags wichtige Hinweise gegeben: zur Bekleidung. Sie sollten sich schick anziehen, wegen der Franzosen, modisch, wie die sind. Die Grünen sollten keine Vorurteile bestätigen. Was vermutlich die Stimmung ein wenig auflockern sollte, bestätigt andere eher in ihren Vorurteilen gegen Göring-Eckardt.

Wechselweise wird ihr entweder nachgesagt, schon so ziemlich jede Position und auch ihr Gegenteil vertreten zu haben, oder aber, die wertkonservativ-evangelische Kopie der christdemokratischen Kanzlerin zu sein. Um ein Haar wäre sie heute auch schon nicht mehr an der Spitze der Fraktion, sondern Cem Özdemir als Vertreter des realpolitischen Flügels. Weil sich mit ihr eben keine inhaltliche Erneuerung verbindet, die sich viele Abgeordnete wünschen, vor allem jüngere.

KGE, wie sie genannt wird, verdankt ihr Verbleiben im Amt darum nicht eigener Überzeugungskraft, sondern den Linken in der Fraktion. Die wollten ihren Anton Hofreiter nicht gegen eine linke Frau tauschen. Deshalb blieb es, wie es ist. Abgesehen davon ist Göring-Eckardt aber schon so lange im Parlament, dass sie wissen müsste: Grüne kleiden sich längst nicht mehr in alternative, härene Gewänder. Damit lässt sich auch so schlecht Staat machen.

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