Casdorffs Agenda : Millionen für Beamte, nicht für Berater

Staatsdiener haben einen schlechten Ruf. Dabei übernehmen sie Verantwortung für Staat und Gesellschaft. Helfen würde da mehr Wertschätzung. Ein Kommentar.

Eine Lehrerin unterrichtet Mathe.
Eine Lehrerin unterrichtet Mathe.Foto: Sebastian Kahnert/dpa

Wenn der Beamtenbund tagt, dann stöhnen viele gleich auf. Ach, die! Die sollen sich mal nicht so haben! Sätze der Wertschätzung? Fehlanzeige.

Dabei ist es so: Deutschlands öffentlicher Dienst, das sind 4,6 Millionen Frauen und Männer, die sich der freiheitlich-demokratischen Grundordnung verpflichtet haben und Verantwortung für das große Ganze übernehmen.

Übernehmen wollen. Sagt der Verbandsvorsitzende Ulrich Silberbach – aber er hat trotzdem recht. Ohne die Expertise und das Know-how der Staatsdiener wäre, um nur ein Beispiel zu nennen, die deutsche Einheit niemals Wirklichkeit geworden.

Dass Vertrauen in die Institutionen, in Regierende und Parteien verloren geht, hängt für Silberbach auch mit den „jahrzehntelangen neoliberalen Attacken auf den Staat“ zusammen. Darüber kann man streiten. Unstrittig ist, dass alle auf den Feldern Gesundheit, Sicherheit, Bildung, Infrastruktur, Kultur höchste Qualität verlangen. Dabei wird es auf dem Arbeitsmarkt schwieriger.

Was hilft? Zeichen der Wertschätzung. Die Abermillionen, die jedes Jahr von den Ministern für externe Berater ausgegeben werden, wären als Programm für einen handlungsfähigen Staat besser angelegt. Da sollte sich jetzt mal die Bundesregierung nicht so haben.

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