Casdorffs Agenda : Mit seinem Rücktritt täte sich Seehofer selbst einen Gefallen

Selbst 67 Prozent der CSU-Anhänger halten Horst Seehofers Rückzug für nötig. Darauf sollte er hören. Ein Rücktritt dient allen. Nicht zuletzt ihm. Ein Kommentar.

Viele denken, dass Seehofer vor allen anderen die Malaise der Groko im Bund verschuldet hat.
Viele denken, dass Seehofer vor allen anderen die Malaise der Groko im Bund verschuldet hat.Foto: imago/ZUMA Press/Sachelle Babbar

Er will nicht mehr der Watsch’nbaum sein, sagt Horst Seehofer. Das ist menschlich verständlich. Nach so einer politischen Karriere. Und nach diesem Absturz der CSU. Aber das hätte Seehofer, zerrieben zwischen seinem Amt als Bundesinnenminister und seinem bayerischen Parteiposten, wissen müssen – und anders haben können. Er konnte nicht loslassen, durchdrungen von der eigenen Unersetzlichkeit, das von ihm als richtig Erachtete durchzusetzen gegen jedermann. Und besonders eine Frau.

Das verheerende Ergebnis ist noch verheerender geworden: Sogar 67 Prozent der CSU-Anhänger halten seinen Rücktritt für nötig. Die Mehrheit denkt auch, dass vor allen anderen er die Malaise der Groko im Bund verschuldet hat. Das zusammen ist die größte Watsch‘n. Weitere sollte Seehofer sich ersparen. Ein Rücktritt dient allen. Nicht zuletzt ihm.

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