Casdorffs Agenda : Wie die Deutschen Spendenweltmeister bleiben

Ein persönlich adressierter Brief führt zur höchsten Spendenbereitschaft. Über soziale Netzwerke fließt nur wenig Geld. Das müssen Hilfsorganisationen ändern. Ein Kommentar.

Ein Fünf-Euro-Schein wird in Witten in eine Spendendose gesteckt.
Ein Fünf-Euro-Schein wird in Witten in eine Spendendose gesteckt.Foto: Bernd Thissen/dpa

Wir Deutsche, heißt es, sind nicht nur Exportweltmeister. Sondern auch Spendenweltmeister. Und richtig ist: Stolze 5,2 Milliarden Euro wurden im vergangenen Jahr an gemeinnützige Organisationen und Kirchen gespendet.

Es ist das drittbeste Ergebnis in einem Jahrzehnt. Allerdings gibt es zugleich Ergebnisse der Studie „Bilanz des Helfens“ im Auftrag des Deutschen Spendenrats, die zum Handeln herausfordern: Die Altersgruppe zwischen 30 und 49 Jahren gibt weniger, nicht nur die Gruppe „70 plus“ wird zurückhaltender.

Spendenwerbung muss differenzierter werden

Doch hängt viel am Engagement, humanitäre Hilfe, Kultur- und Denkmalpflege, Umwelt- und Naturschutz, Hilfe für Flüchtlinge. Die Spendenwerbung muss darum differenzierter werden. Die verschiedenen Alters- und Zielgruppen müssten unterschiedlich angesprochen werden, sagt Manuela Roßbach, Chefin des Bündnisses „Deutschland hilft“ aus 13 Hilfsorganisationen.

Was heißt: Besonders ernst nehmen Spender immer noch den persönlich adressierten Brief. Aber in den sozialen Netzwerken ist noch Potenzial, im vergangenen Jahr kamen über diese Kanäle nur 0,3 Prozent der Spendeneinnahmen. Da müssen die Hilfsorganisationen ran. Oder wollen wir hier nicht auch Weltmeister bleiben?

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