Casdorffs Agenda : Wissen ist der Rohstoff für unsere Zukunft

Schulen sind nicht bloß Trimmanstalt für späteren ökonomischen Nutzen. Die Kreativität muss gefördert werden. Derzeit aber bleibt zu wenig Zeit für Familie und Hobbys nach der Schule. Ein Kommentar.

Schüler steigen vor einer Schule in einen Schulbus ein.
Schüler steigen vor einer Schule in einen Schulbus ein.Foto: Felix Kästle/dpa

So viel zum Thema lebenslanges Lernen: Laut YouGov-Umfrage sagen 70 Prozent der Eltern, ihre Kinder würden vom Schulalltag gestresst.

Leistungsdruck, Leistungskontrollen, Hausarbeiten, und dann noch weniger Freizeit als früher, in der eigenen Schulzeit. 39 Prozent der Eltern finden auch, dass nach der Schule nicht genug Zeit für Freunde, Familie und Hobbys bleibt. Und die Umfrage ist valide – es war eine bei 1000 Eltern von Schulkindern im Alter von fünf bis 19 Jahren.

Was uns das lehrt? Erstens: wie wichtig Bildungsministerien sind. Zweitens: wie wichtig die verbesserte Kooperation zwischen Bund und Ländern ist. Drittens: wie gefährlich die Situation ist, wenn schon Kinder in der zweiten Klasse keine Lust mehr aufs Lernen haben.

Von Burnout bedroht

Dazu passt dann, dass die Schüler als Studierende viel schneller als früher vom Burnout bedroht sind. Bloß sind die Köpfe, beziehungsweise ihr Inhalt, der Rohstoff dieser Nation. Soll jetzt also immer weiter unterrichtet werden, wie es offensichtlich zu vielen nicht guttut?

Wer Kreativität fördern und Schule nicht als bloße Trimmanstalt für späteren ökonomischen Nutzen betreiben will, der muss dringend selbst kreativ werden. Passen wir als Gesellschaft jetzt nicht auf, schaffen wir uns gerade ein Mega-Zukunftsproblem.

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