Casdorffs Morgenlage nach der Hessenwahl : Wie das Nein zu Jamaika die FDP verfolgt

Die Wahl in Hessen zeigt, dass die Grünen immer weiter steigen in der Wählergunst. Die FDP dümpelt vor sich hin. Es hätte anders kommen können.

Wie lange glaubt seine Partei noch an ihn? Die FDP bleibt bei der Wahl in Hessen im einstelligen Bereich.
Wie lange glaubt seine Partei noch an ihn? Die FDP bleibt bei der Wahl in Hessen im einstelligen Bereich.Foto: Jens Büttner/dpa

Das Nein der FDP zu Jamaika wirkt bis heute. Auch die Wahl in Hessen hätte anders, besser für sie verlaufen können. Die Entscheidung verfolgt Christian Lindner, den Vorsitzenden – und wird ihn weiter verfolgen. Denn die Grünen haben seinerzeit die Koalitionsgespräche nicht verlassen und steigen seither in der Wählergunst.

Die FDP dagegen stagniert im Wesentlichen, sie bleibt einstellig. Kaum auszudenken, wie es sein könnte, wenn es umgekehrt gewesen wäre. Immerhin war eine Koalition mit der Union der FDP stets näher als den Grünen. So war es – ist es aber nicht mehr. Da hat Linder taktiert und mehr verloren, als er zu gewinnen glaubte.

Die FDP muss heute schon stimmenmäßig zu den Grünen aufschauen, die sich gerade auf den Weg zur Volkspartei machen. Wie sich das wohl auf Selbstverständnis und Selbstbewusstsein auswirkt, wenn die Freidemokraten von Fall zu Fall Juniorpartner in einer Koalition mit den Grünen werden können? Dass der FDP–Vorsitzende an sich selbst glaubt, ist das eine. Das andere, dass der Glaube der Partei an ihn mit jeder Wahl wieder erschüttert werden kann.

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