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Chef der Internationalen Atomenergiebehörde : Yukiya Amano ist tot

Der Japaner Yukiya Amano leitete die IAEA seit zehn Jahren. Er war unter anderem für die Überwachung der Einhaltung des Atomabkommens mit dem Iran zuständig.

Yukiya Amano bei einem Treffen im IAEA-Hauptsitz in Wien 2016.
Yukiya Amano bei einem Treffen im IAEA-Hauptsitz in Wien 2016.Foto: REUTERS/Heinz-Peter Bader/File Photo

Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Yukiya Amano, ist tot. Das teilte die IAEA am Montag mit. Details zur Todesursache des 72-jährigen Japaners nannte die Behörde nicht. Amano stand seit 2009 an der Spitze der IAEA, die unter anderem die Einhaltung des internationalen Atomabkommens mit dem Iran überwacht.

Der Iran bedauerte den Tod Amanos. „Wir hatten eine sehr enge Zusammenarbeit und haben seine fachkundige und professionelle Arbeit stets geschätzt“, twitterte Vizeaußenminister Abbas Araghchi.

Amano litt an gesundheitlichen Problemen. In dieser Woche wurde mit der Bekanntgabe seines vorzeitigen Rücktritts im März 2020 gerechnet. Der Japaner hatte bereits sein drittes Mandat inne, das eigentlich noch bis November 2021 gelaufen wäre. In seinem Rücktrittsschreiben erklärte Amano der IAEA zufolge, er habe während seiner Amtszeit "konkrete Ergebnisse" erreicht und sei "sehr stolz" auf das Wirken der Behörde.

In seine Amtszeit fiel die Unterzeichnung des internationalen Atomabkommens zwischen dem Iran sowie Großbritannien, China, Frankreich, Deutschland, Russland und den USA im Jahr 2015. Im vergangenen Jahr kündigten die USA den Vertrag einseitig auf und verhängten neue Sanktionen gegen Teheran.

Die IAEA muss nun inmitten der Spannungen zwischen dem Iran und den USA einen Nachfolger für Amano suchen. Über die Ernennung des neuen Chefs entscheiden Vertreter der 35 Staaten, die zusammen den Gouverneursrat bilden. Darin vertreten sind insbesondere Staaten mit der fortschrittlichsten Nukleartechnik.

Die IAEA hat 171 Mitgliedstaaten. Sie spielt eine zentrale Rolle im Kampf gegen die Verbreitung von Atomwaffen. Die Organisation mit Sitz in Wien ist unter anderem für die Überwachung des Atomwaffensperrvertrages zuständig. (AFP)

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