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China : Mann zündet selbstgebauten Sprengsatz vor US-Botschaft in Peking

In der Nähe der US-Botschaft in Peking hat es offenbar eine laute Explosion gegeben. Größere Schäden gab es nach Angaben von Augenzeugen nicht. Der Bombenleger wurde verletzt.

Sicherheitspersonal steht vor der US-Botschaft, in deren Nähe sich eine Explosion ereignete.
Sicherheitspersonal steht vor der US-Botschaft, in deren Nähe sich eine Explosion ereignete.Foto: Mark Schiefelbein/dpa

Vor der amerikanischen Botschaft in Peking ist am Donnerstag ein Sprengsatz explodiert. Größere Schäden gab es nicht, wie Augenzeugen berichteten. Auf dem Boden an einer Ecke der Botschaft waren aber Explosionsspuren zu sehen. Nach Angaben der Polizei verletzte sich der Bombenleger bei der Explosion selbst an der Hand. Der 26-Jährige sei nicht in Lebensgefahr. Er habe den Sprengsatz vermutlich aus Feuerwerksmaterial selbst zusammengebaut, teilte die Polizei mit.

Die chinesische Polizei beschrieb den Mann nach ersten Ermittlungen als geistesgestört. Er leide unter einer „paranoiden Persönlichkeitsstörung“. Wegen Halluzinationen sei er 2016 im Krankenhaus gewesen und psychologisch behandelt worden. Warum er sich die USA-Botschaft für seine Aktion ausgesucht hatte, blieb unklar.

Der Außenamtssprecher sah einen „individuellen Zwischenfall“. Nach Angaben der Polizei stammte der Bombenleger aus Tongliao in der Inneren Mongolei. Sicherheitskräfte vor Ort seien sofort eingeschritten und hätten den Mann ins Krankenhaus gebracht.

Die US-Botschaft bestätigte die Explosion: „Nach Angaben des Sicherheitsoffiziers der Botschaft gab es eine Person, die die Bombe gezündet hat. Außer dem Bombenleger wurde niemand verletzt.“

Zuvor hatten staatliche Medien berichtet, die chinesische Polizei habe eine Frau abgeführt, die sich mit Benzin übergossen habe, um sich offenbar selber anzuzünden.

Die Deutsche Presse-Agentur erfuhr zuvor von einem chinesischen Mitarbeiter der US-Botschaft, jemand habe einen Gegenstand über den Zaun auf das Grundstück des Anwesens geworfen. Doch habe ein Botschaftsmitarbeiter das Teil wieder zurück auf die Straße geworfen, wo es dann explodiert sei.

„Es gab eine Explosion und dann eine große Rauchwolke“, berichtete ein Augenzeuge. Die Polizei riegelt das Gebiet vorübergehend ab, gab die Straße vor der Botschaft aber nach weniger als einer Stunde wieder für den Verkehr frei. Wenige hundert Meter entfernt liegt auch die Deutsche Botschaftsschule, die aber Sommerferien hat.

Eine Frau, die in der Botschaft ein Visum beantragte, sagte der dpa: „Es gab einen Alarm, dann stürmten viele Leute mit schusssicheren Westen durch den Raum.“

Im Internet veröffentlichte Videos von Augenzeugen zeigten Rauch vor dem großen Botschaftsgelände in der chinesischen Hauptstadt. Polizisten riegelten das Gelände ab.

Die Augenzeugenberichte waren zum Teil widersprüchlich. Der Vorfall ereignete sich offenbar in dem Bereich, in dem chinesische Staatsbürger sich anstellen, um ein US-Visum zu beantragen.
Die US-Botschaft liegt am Stadtrand von Peking. In der Umgebung befinden sich mehrere Botschaften, darunter auch die von Indien und Israel. (dpa, AFP, Reuters)

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