Corona-Ausbruch auf Flugzeugträger : Das Virus kam im Hafen von Brest an Bord

Mehr als 1000 mit dem Coronavirus infizierte Militärs auf einem französischen Flugzeugträger - der Ausbruch begann offenbar nach einem Zwischenstopp in Brest.

Luftaufnahme des Flugzeugträgers «Charles de Gaulle».
Luftaufnahme des Flugzeugträgers «Charles de Gaulle».Foto: Christophe Simon/AFP Pool via AP/dpa

Dem Chef des französischen Generalstabs zufolge hat sich das Coronavirus mit hoher Wahrscheinlichkeit nach einem Zwischenstopp in Brest auf dem Flugzeugträger „Charles de Gaulle“ verbreitet. 

Man gehe davon aus, dass „die Ansteckung“ im März während eines Aufenthalts in der Hafenstadt im Nordwesten Frankreichs erfolgte, sagte François Lecointre am Sonntag dem Radiosender France Inter. 

Lecointre verteidigte die Entscheidung, dass das Schiff im März anlegen durfte. Der Zwischenstopp sei logistisch notwendig gewesen. Zudem habe es zu dieser Zeit noch keine Kontaktbeschränkungen in Frankreich gegeben.

1081 der fast 2000 Militärs seien positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden, sagte der Stabschef der französischen Marine, Christophe Prazuck, der Sonntagszeitung „Journal du Dimanche“. 

Mehr als 500 Militärs zeigten demnach Symptome. 24 von ihnen mussten im Krankenhaus behandelt werden, zwei von ihnen laut Prazuck auf der Intensivstation.

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Das riesige Kriegsschiff war am Ostersonntag im südfranzösischen Hafen Toulon eingelaufen, nachdem an Bord Dutzende Infektionen bestätigt worden waren. Die Soldaten wurden in Toulon und Umgebung für zwei Wochen isoliert. Der genaue Ursprung der Kontamination ist weiter unklar.

Nach dem Coronavirus-Ausbruch wurde Kritik an den Bedingungen auf dem Schiff laut. Matrosen kritisierten in Medien unter anderem, dass Vorsichtsmaßnahmen nach dem Halt in Brest zu früh gelockert worden seien. Marine-Stabschef Prazuck bestritt jegliche Nachlässigkeit bei der Bekämpfung des Coronavirus an Bord. 

Virus auf US-Flugzeugträger: 60 bis 70 Prozent ohne Symptome

Der Corona-Ausbruch war nicht der erste auf einem Militärschiff. Aus dem Ausbruch auf dem US-Flugzeugträger "USS Theodore Roosevelt" ließen sich nun Erkenntnisse über das Auftreten von Symptomen bei jüngeren und gesunden Menschen ableiten, hatte ein hochrangige Militärvertreter am Freitag gesagt. 

Bislang wurden den Angaben zufolge 94 Prozent der 5000 Personen starken Besatzung getestet. 660 von ihnen haben sich mit dem Virus infiziert, bei 3920 fiel der Test negativ aus. Ein Besatzungsmitglied starb an Covid-19.

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Bisherigen Studien zufolge treten laut dem Militärvertreter bei 20 bis 50 Prozent der Infizierten keine Symptome auf. An Bord der "USS Theodore Roosevelt" zeigten hingegen "fast 60,70 Prozent" der Infizierten keine Symptome. Auf dem französischen Schiff "Charles de Gaulle" waren es allerdings nur etwa 50 Prozent.

Bei rund zehn Prozent der nun positiv getesteten Besatzungsmitglieder der "USS Theodore Roosevelt" seien die Tests zunächst negativ ausgefallen. Dies änderte sich innerhalb von zwei Wochen. Nach einer 14-tägigen Quarantäne könne also mit großer Sicherheit gesagt werden, ob jemand krank sei oder nicht. (dpa/AFP)

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