Corona-Krise auf dem Arbeitsmarkt : Beschäftigungsbarometer zeigt historisches Tief

Die Zahl der Beschäftigten sinkt wegen der Krise dramatisch. Die Bundesagentur für Arbeit rechnet mit über drei Millionen Arbeitslosen in den kommenden Monaten.

Wegen der Corona-Krise rechnet die Agentur für Arbeit mit einem Anstieg der Arbeitslosenzahl um 30 Prozent.
Wegen der Corona-Krise rechnet die Agentur für Arbeit mit einem Anstieg der Arbeitslosenzahl um 30 Prozent.Foto: Markus Scholz/dpa

Die Coronakrise droht tiefe Spuren auf dem deutschen Arbeitsmarkt zu hinterlassen. Das Beschäftigungsbarometer, das das Ifo-Institut monatlich für das „Handelsblatt“ berechnet, ist im April auf 86,3 Punkte von 93,4 Zählern im März abgesackt. „Dies ist ein historisches Tief“, sagte Ifo-Experte Klaus Wohlrabe der Zeitung. Der Indikator spiegelt die Beschäftigungsabsichten von rund 9000 Firmen wider.

Im Verarbeitenden Gewerbe, bei den Dienstleistern, beim Bau und im Handel ist das Barometer demnach nie zuvor im Monatsvergleich so stark gesunken. Bei den Dienstleistern ist es auf ein neues historisches Tief gefallen. „Erstmals seit der Finanzkrise wird es hier wieder zu Entlassungen kommen“, sagte Wohlrabe voraus. Im Handel wird die Mitarbeiterzahl nach Einschätzung des Ifo-Instituts ebenfalls sinken. Einzige Ausnahme seien die Supermärkte. Auch der zuletzt boomende Bausektor könne sich der negativen Beschäftigungsdynamik nicht mehr entziehen.

Das IAB-Forschungsinstitut der Bundesagentur für Arbeit (BA) rechnet als Folge der Virus-Krise in den nächsten Monaten mit einem sprunghaften Anstieg der Arbeitslosenzahl um etwa 30 Prozent auf über drei Millionen. Im Verlauf der zweiten Jahreshälfte werde im Fall einer schrittweisen Normalisierung der Wirtschaftstätigkeit gut die Hälfte des Anstiegs aber wieder wettgemacht, heißt in der jüngst veröffentlichten Vorausschau des IAB. (Reuters)

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