Coronavirus-Pandemie : Briten testen Tracking-App auf Isle of Wight

Auf einer Insel vor der Südküste setzt die britische Regierung probeweise eine App im Kampf gegen das Coronavirus ein. Datenschützer mahnen.

Anstehen mit Schutzmasken und Abstand im britischen Loughborough
Anstehen mit Schutzmasken und Abstand im britischen LoughboroughFoto: dpa/PA Wire/Joe Giddens

Die britische Regierung will auf einer Insel vor der Südküste Englands eine Tracking-App für den Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie testen. Die App, die vom staatlichen Gesundheitsdienst NHS entwickelt wurde, soll erst auf der Isle of Wight und ab Ende Mai im ganzen Land genutzt werden, wie Gesundheitsminister Matt Hancock am Montag mitteilte. Ab Dienstag soll das Gesundheitspersonal auf der Insel die App testen, im Laufe der Woche dann alle Inselbewohner.

Auf der Isle of Wright leben etwa 140.000 Menschen. Auf der Insel sind nach Zahlen vom Wochenende 127 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert, 28 sind an einer Covid-19-Erkrankung gestorben.

Die Smartphone-App solle dabei helfen, das neuartige Coronavirus zu verfolgen und isolieren, teilte die Regierung mit. Die Abstandsregeln müssten auf der Isle of Wight und auch überall sonst im Land aber weiter eingehalten werden.

Mit mehr als 28.800 Todesfällen gehört Großbritannien zu den am schwersten von der Pandemie betroffenen Ländern weltweit. Am Montag verzeichneten die britischen Behörden 288 neue Sterbefälle.

Die britische Regierung geht aber davon aus, dass der Höhepunkt der Corona-Krise überwunden ist und will am Donnerstag über eine schrittweise Lockerung der Corona-Beschränkungen beraten.

Wie in Deutschland gibt es auch in Großbritannien Bedenken etwa von Datenschützern bei der Ausstattung und Nutzung von Tracking-Apps.

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Apple und Google haben am Montag weitere Details zur geplanten Technologie für Corona-Warn-Apps vorgestellt. Sie zeigten anhand beispielhafter Entwürfe die mögliche Funktionsweise und stellten Entwicklern den Code für eine Muster-App zur Verfügung. Darüber hinaus stellten die Unternehmen auch Bedingungen für Tracing-Apps der staatlichen Gesundheitsbehörden vor.

Damit verbunden sind Einschränkungen, die auch vertraglich festgelegt werden sollen. So muss ein Tracing-App-Anbieter die Zustimmung der Nutzer einholen, bevor auf die Schnittstellen zugegriffen werden kann. Zudem dürfen Apps nicht auf Standortinformationen zugreifen, auch andere Datennutzungen werden begrenzt, beispielsweise auf Werbetargeting. Die beiden Technologiekonzerne wollen so Missbrauchsmöglichkeiten von vornherein ausschließen. (AFP, Tsp)

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