Cybersicherheit : Telekom warnt vor Cyber-Attacken

Anfang Juni registrierte das Unternehmen mehr als 15 Millionen Angriffe innerhalb eines Tages, sagte Telekom-Sicherheitschef Dirk Backofen auf der Potsdamer Konferenz für Nationale Cybersicherheit.

René Garzke
Ein Teilnehmer auf der Potsdamer Konferenz für Nationale Cybersicherheit.
Ein Teilnehmer auf der Potsdamer Konferenz für Nationale Cybersicherheit.Foto: Ralf Hirschberger/dpa

Die Deutsche Telekom registriert eine massive Zunahme von Cyberattacken auf ihre kritische Infrastruktur. Anfang Juni habe das Unternehmen erstmals mehr als 15 Millionen Angriffe innerhalb von 24 Stunden gezählt, sagte Telekom-Sicherheitschef Dirk Backofen am Donnerstag auf der Potsdamer Konferenz für Nationale Cybersicherheit. Durchschnittlich registriere das Unternehmen inzwischen zwölf Millionen Attacken pro Tag. Vor einem Jahr habe der Durchschnitt noch bei vier Millionen Angriffen gelegen, sagte Backofen.

Die meisten Attacken kämen dabei aus Russland, sagte Backofen. Zumindest laut der letzten verfolgbaren IP-Adresse. „Das heißt also nicht, dass der Angriff wirklich aus Russland kommt“, sagte Backofen. Für eine größtmögliche Sicherheit sei es wichtig, dass der Netzwerkverkehr in Echtzeit analysiert werde, sagte der Telekom-Sicherheitschef. Auch auf unkonventionelle Art und Weise: Kurz vor der Bundestagswahl 2017 etwa konnten zwei Cyberattacken „auf große DAX-Unternehmen“ abgewehrt werden, weil die Angreifer die bevorstehenden Attacken fünf Minuten zuvor auf Twitter veröffentlicht hatten, sagte Backofen.

Der Vizechef des Bundesnachrichtendienstes (BND), Werner Sczesny, sagte auf der Konferenz, trotz der gestiegenen Anzahl registrierter Cyberattacken sei weiterhin „von einem großen Dunkelfeld“ auszugehen. Gleichzeitig warnte er davor, dass Cyberangriffe mit realen Maßnahmen kombiniert und so eine noch größere Wirkung erzielen könnten. Für Geheimdienste autoritärer Regime, „die ohne rechtsstaatliche Kontrolle agieren, ist ein goldenes Zeitalter angebrochen“, sagte der BND-Vizechef.

Der BND dagegen sei „der bestüberwachte und bestkontrollierte Nachrichtendienst“, dessen Stärke aus der gesellschaftlichen Akzeptanz und Vertrauen wachse. „Ich bitte Sie, uns ein wenig Vertrauen entgegenzubringen“, sagte Sczesny. Der Chef des Bundeskriminalamts, Holger Münch sagte: „Cyberangriffe müssen auch Folgen haben.“ Das sei eine Frage der Kosten-Nutzen-Relation. „Die Täter müssen einen Verfolgungsdruck spüren.“



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