„Dafür spricht viel“ : Hessens Ministerpräsident deutet vorzeitigen Rücktritt an

Volker Bouffier spricht in einem Interview über ein vorzeitiges Amtsende. Auch zur Frage nach einem möglichen Nachfolger äußert er sich.

Volker Bouffier (CDU), Ministerpräsident von Hessen, spricht bei der Eröffnung der 69. Bad Hersfelder Festspiele.
Volker Bouffier (CDU), Ministerpräsident von Hessen, spricht bei der Eröffnung der 69. Bad Hersfelder Festspiele.Foto: Swen Pförtner/dpa

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hat zum ersten Mal angedeutet, dass er womöglich nicht mehr die ganze Legislaturperiode im Amt bleiben wird. Für eine vorzeitige Übergabe an einen Nachfolger "spricht viel", sagte der 67-jährige Bouffier im hr-"Sommerinterview", das am Samstagabend in Auszügen ausgestrahlt werden soll.

Moderatorin Ute Wellstein verwies in dem Interview darauf, dass Bouffier das Amt 2010 von dem damaligen Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU) mitten in der Legislaturperiode übernommen hatte und so als Ministerpräsident in den Wahlkampf gehen konnte. Auf die Frage, ob er seinem Nachfolger auch diesen Startvorteil gönnen werde, sagte Bouffier: "Das werden wir dann beraten, wenn es soweit ist. Aber dafür spricht viel."

Bouffier war im Frühjahr an Hautkrebs erkrankt. Der gelte im Moment als besiegt, sagte der CDU-Politiker in dem Interview. "Wenn das weiter so bleibt, werde ich meine Aufgabe mit Freude und voller Kraft machen. Und wenn dann der Punkt kommt, an dem man sagt 'Jetzt ist es aber mal gut', dann gehe ich davon aus, dass die hessische CDU wie bisher auch eine klare Antwort gibt."

Kurz vor den Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg zeigte sich Bouffier sicher, dass die CDU zu ihrem Versprechen stehen werde, nicht mit der AfD zusammenzuarbeiten: "Wir würden politischen Selbstmord begehen als CDU, wenn wir an dieser Front einknicken", sagte der Ministerpräsident. "Ich habe keinen Zweifel, dass es gilt, was wir vereinbart haben."

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Bouffier zog einen Vergleich mit der SPD: Als die SPD sich für die Linke geöffnet habe, habe die SPD verloren, nicht die Linke. Deswegen sei selbst eine Entscheidung zur AfD auf Landesebene in Sachen auch relevant für den Rest der Republik: "Das ist eine Grundsatzfrage", sagte Bouffier. (AFP)

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