• "Das ist übrigens die Methode Donald Trump“: Gabriel wirft Kühnert vor, die SPD zu schädigen

"Das ist übrigens die Methode Donald Trump“ : Gabriel wirft Kühnert vor, die SPD zu schädigen

Man könne Kühnert "nicht mal einen Bonsai-Trump" nennen, schreibt der frühere SPD-Chef Gabriel. Der Juso-Chef handele aber ähnlich wie der US-Präsident.

Sigmar Gabriel kritisiert den Juso-Chef Kevin Kühnert.
Sigmar Gabriel kritisiert den Juso-Chef Kevin Kühnert.Foto: M. Wehnert/imago images / Future Image

Der frühere SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel hat dem Juso-Chef Kevin Kühnert vorgeworfen, ähnlich wie Donald Trump zu handeln. Er würde die eigene Partei schädigen so wie es der US-Präsident tue, schrieb Gabriel in einem "Handelsblatt"-Artikel.

„Bewusste Tabubrüche, das Ignorieren von Fakten und Empirie, das Mobilisieren populistischer Sehnsüchte und die Inkaufnahme der Beschädigung der eigenen Partei: das ist übrigens die Methode Donald Trump“, heißt es wörtlich. Nur der mediale Effekt und das eigene Ego seien wichtig.

„Nun ist Kevin Kühnert nicht mal ein Bonsai-Trump. Es wäre eine böse Überzeichnung, ihn so zu sehen und eine unzulässige Verniedlichung des US-Präsidenten zudem." Die Methoden von beiden würden sich aber frappierend ähneln.

Kühnert war in einem Interview zum Thema Sozialismus für eine Kollektivierung großer Unternehmen wie BMW „auf demokratischem Wege“ eingetreten. Zudem sei es im Grunde nicht legitim, über die eigene Wohnung hinaus Wohneigentum zu besitzen. Die Aussagen Kühnerts zogen eine heftige Diskussion und Kritik am Juso-Chef nach sich, auch innerhalb der SPD.

Auch inhaltlich kritisierte Gabriel das: „Wer als Sozialdemokrat die Enteignung und Sozialisierung großer Industrien fordert (gemeint ist natürlich Verstaatlichung, das klingt aber nicht so schön), dem ist die Aufmerksamkeit der Medien gewiss“. Kühnert ignoriere "100 Jahre empirisch gesicherte Erfahrung mit staatlich gelenkten Volkswirtschaften". Sie würden bankrottgehen und "für die soziale Verelendung ihrer Beschäftigten" sorgen.

Kühnert reagierte kurz nach Erscheinen des Gabriel-Beitrags via Twitter. Mit Blick auf die dortige Trump-Passage schrieb er, der Text entbehre "nicht einer gewissen Komik". (dpa)

Transparenzhinweis: Sigmar Gabriel ist auch Autor des Tagesspiegels.

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