„Das war es für mich“ : Frauke Petry zieht sich aus der Politik zurück

Die ehemalige Vorsitzende der AfD war mit der „Blauen Partei“ krachend gescheitert. Jetzt gab sie ihren Rückzug bekannt.

Sie war Vorsitzende der Alternative für Deutschland und der Blauen Partei - jetzt verlässt Frauke Petry die Politik.
Sie war Vorsitzende der Alternative für Deutschland und der Blauen Partei - jetzt verlässt Frauke Petry die Politik.Foto: Fabrizio Bensch/REUTERS

Sie war eines der ersten prominenten Gesichter der AfD. Jetzt hat sich Frauke Petry aus der aktiven Politik verabschiedet. Die Politikerin, die dem nationalkonservativen Lager der Partei zugeordnet wurde, war 2017 aus der AfD ausgetreten und hatte die Gründung der „Blauen Partei“ initiiert. Bei den Landtagswahlen in Sachsen (0,4 Prozent) und Thüringen (0,08 Prozent) war die Partei krackend gescheitert. Petry zog nun einen Schlussstrich unter ihre politischen Ambitionen. In einer Pressemitteilung, die dem Tagesspiegel vorliegt, teilte sie mit: „Unser freiheitlich-konservatives Politikangebot ist sowohl in Sachsen als auch in Thüringen vom Wähler klar abgelehnt worden. Es ist daher konsequent, wenn auch schmerzlich, unser Projekt an dieser Stelle zu beenden“.

Vollständiger Rückzug ab 2021

Nach einem internen Machtkampf wurde sie 2017 überraschend nicht Teil der AfD-Bundestagsfraktion, sondern zog als fraktionsloses Mitglied in den Bundestag ein. Bis zur Landtagswahl am 1. September dieses Jahres hatte sie sowohl ein Bundestags- als auch ein Landtagsmandat inne. Nach dem Ablauf ihres Bundestagsmandats 2021 wird sie sich vollständig zurückziehen. „Danach war es das für mich. Ich werde da konsequent sein“, sagte sie der "Bild"-Zeitung. Außerdem hoffe sie, „dass zukünftig andere Persönlichkeiten ein Politikangebot schaffen, das die klare Abgrenzung nicht nur zu linken sondern auch zu rechten Sozialisten findet.“

Die frühere Parteivorsitzende der AfD war immer wieder mit völkisch-nationalistischen Äußerungen aufgefallen. Unter anderem forderte sie, den Begriff „völkisch“ wieder positiv zu besetzen. Ende Januar 2016 sagte sie in einem Interview mit dem Mannheimer Morgen, als „Ultima Ratio“ müsse an der Grenze der Schusswaffengebrauch erlaubt sein, sollte es zu illegalen Grenzübertritten kommen. Die Aussage wurde bundesweit kontrovers diskutiert und hatte Petry viel Kritik eingebracht. Ihr Rücktritt aus der Politik kommt nicht überraschend - schon vor der sächsischen Landtagswahl hatte sie sich aus privaten Gründen von öffentlichen Auftritten zurückziehen müssen. (pcg, Tsp)

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