Der Täter war Frauenhasser : Mörder des Sohns von US-Bundesrichterin identifiziert

Ein Anwalt erschoss den Sohn der US-Bundesrichterin Esther Salas. Sie klagt gerade gegen die Deutsche Bank im Fall Epstein. War eigentlich sie das Ziel?

Das Haus der US-Bundesrichterin Esther Salas, deren Sohn Opfer eines anti-feministischen Anwalts wurde.
Das Haus der US-Bundesrichterin Esther Salas, deren Sohn Opfer eines anti-feministischen Anwalts wurde.Foto: AFP

Nach dem Mord an dem Sohn der US-Bundesrichterin Esther Salas in New Jersey hat die Polizei einen Anwalt namens Roy Den Hollander als Hauptverdächtigen identifiziert. Der Jurist sei Stunden nach der Tat tot aufgefunden worden, teilten das FBI und die Staatsanwaltschaft in Newark am Montagabend (Ortszeit) mit.

Hollander soll am Sonntagnachmittag als Paketbote verkleidet am Haus der Familie in der Gemeinde North Brunswick geklingelt und das Feuer eröffnet haben, als der Sohn die Tür öffnete. Anschließend habe er auch auf den herbei geeilten Vater geschossen. Die Richterin habe sich zu dem Zeitpunkt im Souterrain aufgehalten.

Medienberichten zufolge brachte sich der Anwalt nach dem Angriff mit einer Pistole um. Seine Leiche sei im Bundesstaat New York gefunden worden, etwa zwei Stunden Fahrtzeit vom Tatort entfernt.

Bei der Attacke im Haus von Richterin Salas waren am Sonntag ihr 20-jähriger Sohn erschossen und ihr Mann (63), ein Strafverteidiger, verletzt worden. Sie selbst blieb unversehrt.

Er bezeichnete sich selbst als „Anti-Feministen“

Der 69 Jahre alte Verdächtige bezeichnete sich den Berichten zufolge selbst als „Anti-Feministen“. Er sei für zahlreiche Klagen gegen die Rechte von Frauen sowie sexistische und teils rassistische Schriften bekannt.

So verklagte er laut „New York Times" Nachtclubs, weil sie Rabatte für Frauen anboten, und die Columbia University wegen ihrer Kurse in Frauenstudien. Auf seiner Website rief Hollander Männer dazu auf, "für ihre Rechte zu kämpfen, bevor sie keine mehr haben".

Er griff in der Vergangenheit aus Salas persönlich an. Er behauptete, er sei in der Vergangenheit öfter mit weiblichen Richterinnen mit lateinamerikanischem Hintergrund aneinandergeraten. Jene seien von einem „Minderwertigkeitskomplex getrieben".

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Salas klagt gegen die Deutsche Bank im Fall Epstein

Richterin Salas (51), die bei einem seiner Fälle den Vorsitz geführt habe, nannte er demnach „faul und inkompetent“. Der Verdächtige habe in seinem Umfeld zudem erzählt, er sei unheilbar an Krebs erkrankt, hieß es weiter.

Salas ist die erste US-Bundesrichterin mit lateinamerikanischen Wurzeln im Staat New Jersey. Sie war 2010 vom damaligen Präsidenten Barack Obama für das Amt nominiert worden und trat ihren Posten 2011 an.

Salas sitzt derzeit einem Verfahren vor, in dem eine Sammelklage von Investoren gegen die Deutsche Bank verhandelt wird. Die Kläger werfen der Bank vor, Finanzaktivitäten von Hochrisiko-Kunden nicht ausreichend überwacht zu haben - darunter auch jene des verurteilten Sexualstraftäters Jeffrey Epstein, der sich nach offiziellen Angaben vergangenes Jahr in einem New Yorker Gefängnis das Leben nahm. (AFP, dpa)

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