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Deutsches Todesopfer : Auch Bundesanwaltschaft ermittelt nach Massaker in El Paso

Nach dem Massaker in El Paso ermittelt die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe, weil ein deutscher Staatsbürger unter den Opfern ist.

Trauernde in El Paso.
Trauernde in El Paso.Foto: AFP

Die Bundesanwaltschaft hat ein Ermittlungsverfahren zum Massaker von El Paso eingeleitet. Eine Sprecherin der Behörde in Karlsruhe sagte am Dienstag dem Tagesspiegel, es werde ermittelt, weil eines der Todesopfer ein deutscher Staatsbürger ist.

Die Bundesanwaltschaft schaltet sich regelmäßig ein, wenn bei terroristischen Anschlägen im Ausland Deutsche zu Tode kommen oder verletzt werden. Einzelheiten zu dem deutschen Opfer in El Paso und den Ermittlungen nannte die Sprecherin nicht.

In amerikanischen Medienberichten ist von einem 66 Jahre alten Mann namens Alexander H. die Rede. Das deutsche Opfer soll in Mexiko gelebt haben und zufällig in El Paso gewesen sein.
Der Rassist Patrick Crusius (21) hatte am Sonnabend in einer Filiale der Supermarktkette Walmart auf Kunden und Angestellte geschossen. Die Zahl der Toten stieg inzwischen auf 22. Nach Angaben der Polizei in El Paso sind zwei Verletzte gestorben.

Täter in Ohio war Sänger einer pornografischen Punkrock-Band

Das FBI bezeichnet die Tat als Hassverbrechen. Mutmaßlich Crusius hatte vor dem Angriff im Internet ein Manifest gepostet, in dem er gegen Latinos hetzt und behauptet, Texas werde von einer „hispanic invasion“ heimgesucht. Die Polizei von El Paso teilte bei Twitter mit, sieben Todesopfer seien Mexikaner. Die weiteren Erschossenen sind 13 US-Amerikaner, der Deutsche und eine Person, deren Nationalität noch nicht geklärt ist.

Unterdessen werden Details zum Todesschützen von Dayton (Bundesstaat Ohio) bekannt. Connor Betts (24), der am Sonntag neun Menschen erschoss und von der Polizei getötet wurde, war offenbar wirr und ahmte womöglich die Tat von Crusius nach. Bei Twitter zeigte er an, dass ihm Nachrichten zum Massaker in El Paso gefielen. Betts bezeichnete sich aber auch als Linker, außerdem war er Sänger in einer Band der „Pornogrind“-Szene. Sie kombiniert Punkrock mit pornografischen Texten.

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