Deutschland und die USA : Fraktionschefs fordern selbstbewussten Umgang mit Trump

Nach seinem Treffen mit Putin haben Vorsitzende mehrerer Fraktionen im Bundestag US-Präsident Trump kritisiert. Es sei ein Stück Verlässlichkeit weggebrochen, sagt Volker Kauder.

Trump vor einem Treffen mit Kabinettsmitgliedern im Weißen Haus.
Trump vor einem Treffen mit Kabinettsmitgliedern im Weißen Haus.Foto: Andrew Harnik/AP/dpa

Mehrere Fraktionsvorsitzende im Bundestag haben zu einem selbstbewussteren Umgang mit US-Präsident Donald Trump aufgerufen. "Ein Stück Verlässlichkeit" sei mit Trump "weggebrochen", sagte Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Trump sei der nationale Vorteil wichtiger als die Wertegemeinschaft diesseits und jenseits des Atlantiks. Nur wenn Europa geschlossen auftrete, bleibe der Kontinent "mit den USA auf Augenhöhe". Das gelte für den Handelsstreit wie auch für Sicherheitsfragen.

CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt betonte: "Wenn Präsident Trump die Interessen der USA entschlossen formuliert, sollte das Anlass sein für uns, eine ebenso selbstbewusste Vertretung unserer Interessen und unserer Souveränität zu formulieren." Diesen Anspruch könne Deutschland aber nur vertreten, wenn es bereit sei, deutlich mehr in die Verteidigung zu investieren.

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Trump will sich bei Treffen mit Putin versprochen haben
Trump will sich bei Treffen mit Putin versprochen haben

Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter appellierte in den Funke-Zeitungen, Europa müsse "gerade in Energiefragen endlich unabhängig von Amerika werden". Energiepolitisch dürfe Europa "weder vom autoritären Russland noch von der immer unberechenbareren US-Administration abhängig bleiben". Das gelinge nur, "wenn wir konsequent auf Erneuerbare Energien setzen".

Der Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion, Christian Lindner, sagte, die Antwort auf Trump müsse "ein Europa sein, das seine Interessen gemeinsam vertrete. "Wenn er eine Sprache versteht, dann ist es die der Entschlossenheit", sagte Lindner. Konkret forderte er weitere Initiativen für eine Stärkung des Freihandels. Das gute Verhältnis zu den USA dürfe nicht darunter leiden, "dass ein einzelner Präsident Irrwege beschreitet".

Linken-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht forderte "eine selbstbewusste Außenpolitik, damit wir nicht von einem Hasardeur in eine Aufrüstungsspirale und neue Kriege hineingezogen werden". (AFP)

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