Die Linke und ihre Wähler : Grün wäre die Hoffnung

Für die Linkspartei ist bei der AfD nichts zu holen. Das müssen jetzt noch Sahra Wagenknecht und ihr „Aufstehen“-Trupp begreifen. Ein Kommentar.

Sammeln, auch am rechten Rand: Linksfraktionschefin Sahra Wagenknecht, Gatte und Genosse Oskar Lafontaine.
Sammeln, auch am rechten Rand: Linksfraktionschefin Sahra Wagenknecht, Gatte und Genosse Oskar Lafontaine.Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Das sollten sich Sahra Wagenknecht, Oskar Lafontaine und ihre Mitstreiter in der Sammlungsbewegung „Aufstehen“ hinter die Ohren schreiben: Bei der AfD ist nichts mehr zu holen, jedenfalls nicht für die Linkspartei. So zumindest analysieren es die Meinungsforscher von Emnid, und das pikanterweise im Auftrag der Linksfraktion im Bundestag, also auch von Wagenknecht.

Die Fraktionschefin aber lässt seit Jahren nichts aus, um die Radikalität von AfD-Wählern zu relativieren. Als ob die für die extrem rechte Partei gestimmt haben, weil sie bloß ein bisschen frustriert und in Wutbürger-Laune sind, aber natürlich nicht rassistisch oder ausländerfeindlich.

Wagenknecht bestreitet eine Verwechslungsgefahr mit rechts, sieht sich verleumdet. Aber ihre Stichworte sind halt doch gefährlich ähnlich denen der AfD: Europa-Skepsis, Angst vor Zuwanderung, Merkel-muss-weg.

Würden Wagenknecht und Lafontaine die Expertise ernst nehmen, müssten sie in ganz andere Richtung umsteuern: Denn vom Wählerpotenzial der Linken hat die größte Gruppe aktuell vor, die Grünen zu wählen. Potenzial für neue Wählerschichten hätte also ein ökologisch-soziales linkes Programm, und nicht eine AfD light auch nur in Andeutungen.

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