Die Pannen der Luftwaffe : Deutsche Bruchlandung

Die Unfähigkeit der Luftwaffe, Regierungsflieger in Schuss zu halten, ruiniert die Qualitätsmarke "Deutschland". Ein Kommentar.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier geht an Bord der Regierungsmaschine "Theodor Heuss". Wegen eines Defekts an dem Regierungsflieger konnte er nicht wie geplant von Äthiopien nach Berlin zurückfliegen.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier geht an Bord der Regierungsmaschine "Theodor Heuss". Wegen eines Defekts an dem...Foto: Britta Pedersen / dpa

Ach, ist ja köstlich! Schon wieder kam ein deutscher Regierungsflieger irgendwo in der Ferne nicht vom Boden hoch. Diesmal traf es den Bundespräsidenten in Äthiopien. Verzögerung aber nur drei Stunden, weil die „Theodor Heuss“, ein Airbus A 340, Druckluftprobleme hatte.

Wesentlich gravierender war Ende letzten Jahres ein Totalausfall der Funksysteme in der Schwestermaschine „Konrad Adenauer“. Die musste den Flug nach Buenos Aires, mit Kanzlerin und Finanzminister an Bord, nach zwei Stunden abbrechen und umkehren. Die Reihe lässt sich fortsetzen.

Aber nichts daran ist komisch. Die Unfähigkeit der Luftwaffe, die Regierungsflieger so zu warten oder warten zu lassen, dass sie auch fliegen können, ist ein peinliches Beispiel für das allmähliche Ruinieren einer Qualitätsmarke.

Es ist nicht das einzige. Deutsche Technik, deutsche Zuverlässigkeit, die Leistungsfähigkeit der deutschen Wirtschaft in Verbindung mit der Solidität, Toleranz und Berechenbarkeit der deutschen Politik haben dieses Land im internationalen Vergleich, etwa beim „Nation Brands Index“, für das Jahr 2017 auf Position eins gebracht. An dieser Stelle standen zuvor zwei Jahre lang die USA. Unter Donald Trump stürzten sie ab auf Platz sechs. Deutschlands Bild in der Welt zu bewahren, hat mit Nationalismus nichts, mit Selbstachtung aber sehr viel zu tun.

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