Die Wahl des CDU-Vorsitzenden : Der Manager der Macht

Der CDU-Bundesgeschäftsführer Klaus Schüler wird die Wahl der neuen Parteispitze organisieren. Ein Porträt.

Unbekannt, aber dennoch nicht unwichtig: Klaus Schüler
Unbekannt, aber dennoch nicht unwichtig: Klaus SchülerFoto: dpa

Zur Not kümmert sich Klaus Schüler auch um den Standort der Mettbrötchen: 2013 etwa, nachdem sich Bundeskanzlerin Angela Merkel bei einem Skiunfall den Beckenring angebrochen hatte und besonders auf ihre Ernährung achtete. Damals stellte er auf ihren expliziten Wunsch hin bei den Sitzungen der Parteispitze im Konrad-Adenauer-Haus die Teller mit den Brötchen außerhalb ihrer Sichtweite.

Details aus dem CDU-Innersten stehen für Schüler Anfang Dezember wieder auf dem Programm. Dann wird es der CDU-Bundesgeschäftsführer sein, der im Wesentlichen die Wahl zum Parteivorsitz organisiert. Denn Annegret Kramp- Karrenbauer, der als Generalsekretärin eigentlich diese Aufgabe zufallen würde, ist selbst Kandidatin. Sie lasse daher ihre Aufgaben mit Blick auf den Parteitag „weitestgehend ruhen“, wie Merkel Anfang der Woche mitteilte.

Einer breiten Öffentlichkeit dürfte der Rheinländer mit den Sommersprossen und dem kurzrasierten Bart ziemlich unbekannt sein. Doch bereits seit fast drei Dekaden geht er in der CDU-Parteizentrale ein und aus. Vor allem mit Angela Merkel tauscht sich der 61-Jährige, der die Falten auf der Stirn beim Sprechen in besonders tiefe Falten legt, bis heute regelmäßig in den Präsidiums- und Vorstandssitzungen aus. Er war es auch, der als graue Eminenz eine besonders wichtige Rolle in den Wahlkämpfen der Kanzlerin spielte. Schüler selbst bezeichnete die Kampagne gerne mal als „geölte Maschine“. Als Manager der Macht wird er nun zunächst das Schaulaufen von Annegret Kramp-Karrenbauer, Friedrich Merz, Jens Spahn sowie den weiteren Kandidatinnen und Kandidaten auf den insgesamt acht Regionalkonferenzen ab Mitte November organisieren.

Viel Glamour ist nicht zu erwarten. Mit Blick auf den Wahlkampf 2009 sagte er einmal in einem seiner höchst seltenen Interviews: „Es geht doch nicht um ein buntes Feuerwerk verbaler Knallkörper, die vielleicht kurzfristig den Unterhaltungsbedarf von Journalisten befriedigen.“

Bereits am Montag hatte der gebürtige Kölner erklärt, dass nur dasjenige Parteimitglied als Kandidat antreten könne, das auch zuvor vorgeschlagen worden ist: durch einen Bundes-, Landes-, Bezirks- oder Kreisverband – oder spätestens durch einen Delegierten auf dem Parteitag. Die ersten Pflöcke sind damit eingerammt. Wo genau hinterher die Brötchen stehen, ist aber noch offen.

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