Dieselskandal : Autoindustrie will bis zu 3000 Euro für Nachrüstung zahlen

VW, Daimler und BMW haben ihr Angebot in Sachen Nachrüstung älterer Diesel verbessert. Minister Scheuer spricht von einem "konstruktiven Ergebnis".

Verkehrsminister Andreas Scheuer bei der Pressekonferenz am Donnerstag in Berlin.
Verkehrsminister Andreas Scheuer bei der Pressekonferenz am Donnerstag in Berlin.Foto: John MacDougall/AFP

Die Bundesregierung und große Autoproduzenten haben sich bei beim Diesel-Problem und der umstrittenen Nachrüstung älterer Autos mit Katalysatoren auf einen Kompromiss verständigt. "Wir haben mit den deutschen Herstellern ein konstruktives Ergebnis erzielt", sagte Verkehrsminister Andreas Scheuer am Donnerstag nach einem Treffen mit Branchenvertretern in Berlin. Im Vordergrund stehe weiter die Umtauschaktion der Hersteller von Alt-Autos in sauberere Fahrzeuge.

Die deutsche Autoindustrie habe sich „sehr stark bewegt“, sagte Scheuer am Donnerstag nach einem Spitzentreffen mit Spitzenmanagern der Branche in Berlin. Konkret seien Volkswagen und Daimler bereit, die verbliebenen älteren Autos dann für bis zu 3000 Euro mit Katalysatoren nachrüsten zu lassen. BMW lehne das ab, wolle aber mit der gleichen Summe die Halter der älteren Diesel unterstützen - etwa für einen Neukauf. Die Angebote gelten nur für Halter von Euro-5-Dieseln in den am höchsten mit Stickoxid belasteten Regionen und auch nur für diejenigen, die keine Umtauschprämie in Anspruch nehmen.

BMW: Nachrüstungen "keine zielführende Option"

"Sowohl VW als auch Daimler und BMW werden sicherstellen, dass ihre Kunden mit dem Auto mobil bleiben", erklärte der Minister. Klar sei aber auch, dass alle deutschen Hersteller "unverändert" die technischen Bedenken gegenüber Hardware-Nachrüstungen aufrecht erhielten, sagte Scheuer.

Daimler erklärte nach dem Treffen, der Konzern sei dazu bereit, Mercedes-Benz-Kunden in den Schwerpunktregionen mit einem Maximalbetrag von bis zu 3000 Euro beim Kauf einer Hardware-Nachrüstung eines Drittanbieters zu unterstützen. BMW teilte mit, Hardware-Nachrüstungen seien "keine zielführende Option". Kunden, die auch nach 2020 mit ihrem Euro-5-Diesel von Fahrverboten betroffen seien, werde die BMW Group allerdings "mit Maßnahmen zur Sicherung ihrer Mobilität im Umfang von bis zu 3000 Euro unterstützen."

Scheuer: Nachrüstung erst nach 2020

Außerdem gebe es derzeit noch keine genehmigten Katalysator-Nachrüstsätze für Euro-5-Fahrzeuge, sagte Scheuer. Daher könne auch eine Nachrüstung erst nach 2020 greifen. "Zur Zeit kann keiner sagen, wie teuer Hardware-Nachrüstung überhaupt wird", sagte Scheuer am Donnerstag in Berlin. Technische Lösungen würden "leider nicht kurzfristig am Markt verfügbar sein", insofern gebe es auch "noch kein Preisschild".

Scheuer sagte, die beteiligten Hersteller seien überzeugt, "dass mit der konsequenten Umsetzung der bereits auf den Weg gebrachten Maßnahmen - dem Programm Saubere Luft, den Software-Updates, den Umtauschprämien und der Bestandserneuerung sowie den Programmen für die Kommunen - die Luft in den Intensivstädten schnell deutlich besser wird."

Die große Koalition hatte im Kampf gegen Fahrverbote wegen der Stickoxid-Belastung Anfang Oktober ein Paket aus Umtauschprämien für neuere Autos und die sogenannte Hardware-Nachrüstung auf Kosten der Industrie beschlossen. Während die Hersteller Kaufanreize für abgasärmere Fahrzeuge anboten, weigerten sich die Hersteller, die kompletten Kosten für die Nachrüstung von Dieseln der Euro-5-Norm zu übernehmen. (Reuters, dpa, AFP)

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