• Diskussion um teureres Fleisch: „Gegebenenfalls gehen die Leute von der Bio- zur normalen Fleischtheke“

Diskussion um teureres Fleisch : „Gegebenenfalls gehen die Leute von der Bio- zur normalen Fleischtheke“

EU-Kommissar Günther Oettinger bezweifelt, dass höhere Steuern auf Fleisch den Konsum senken würden. Der Vorschlag hat aber auch Unterstützer.

Der EU-Kommissar Günther Oettinger.
Der EU-Kommissar Günther Oettinger.Foto: dpa/Julien Warnand

EU-Kommissar Günther Oettinger hat sich gegen höhere Steuern auf Fleisch ausgesprochen. Eine Erhöhung der Mehrwertsteuer von sieben auf 19 Prozent würde "mit Sicherheit nicht" zu einer Verringerung des Fleischverzehrs beitragen, sagte Oettinger den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Gegebenenfalls gehen die Leute von der Biotheke zur normalen Fleischtheke." Entsprechende Vorschläge seien "reine Symbolpolitik".

Der CDU-Politiker wies auch darauf hin, dass Fleisch ein Grundnahrungsmittel im europäischen Binnenmarkt sei. "Daher rate ich von nationalen Sonderlösungen dringend ab", sagte er. Außerdem sei der Vorschlag auch "sozial fragwürdig". Kinder in sozial schwächeren Familien könnten plötzlich "schlechter mit Grundnahrungsmitteln versorgt sein".

Zuletzt waren Forderungen nach einer höheren Besteuerung von Fleisch laut geworden. Wer Steak oder Hähnchenbrust kauft, zahlt darauf nämlich nur den vergünstigten Satz von sieben Prozent. Wer hingegen ein Sojaschnitzel wählt, muss den vollen Steuersatz von 19 Prozent berappen. Mit den Mehreinnahmen soll eine bessere Tierhaltung finanziert werden.

Derweil kritisierte die Grünen-Politikerin Renate Künast Subventionen für die Massentierhaltung. "Wir subventionieren mit sauer verdienten Steuergeldern Massentierhaltung", sagte Künast der Düsseldorfer "Rheinischen Post".

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In Wahrheit sei das vermeintliche Billigfleisch sehr viel teurer, weil auch die Folgewirkungen der Massentierhaltung eingerechnet werden müssten. Das seien etwa die Kosten durch die Belastung des Klimas wegen des hohen Tierbestands, für die Behandlung von Gesundheitsschäden durch zu viele Antibiotika im Schweinefleisch oder steigende Grundwasserpreise wegen der Nitratbelastung. "Das wäre der ehrliche Vergleich zum Ökofleisch", sagte Künast. (AFP)

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