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Drohung der Taliban : Rotes Kreuz stellt Aktivitäten in Afghanistan ein

Die radikalislamischen Taliban haben dem Roten Kreuz in Afghanistan indirekt gedroht. Nun ziehen die Helfer Konsequenzen.

Ein Bundeswehrsoldat bewacht ein Zelt des Roten Kreuzes in Afghanistan.
Ein Bundeswehrsoldat bewacht ein Zelt des Roten Kreuzes in Afghanistan.Foto: dpa

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) hat seine Arbeit in Afghanistan nach einer indirekten Drohung der Taliban ausgesetzt. IKRK-Sprecher Robin Waudo sagte am Donnerstag, die Organisation habe die Ankündigung der Taliban zur Kenntnis genommen und aus Sicherheitsgründen seine Helfer zurückgerufen. Die Taliban hatten zuvor mitgeteilt, das IKRK habe nicht gemäß seiner Verpflichtungen gehandelt, daher könnten sie nicht für die Sicherheit der IKRK-Mitarbeiter im Land garantieren.

Das IKRK sei dabei, die Taliban zu kontaktieren und einen "bilateralen und vertraulichen Dialog" aufzunehmen, sagte der Specher. Der von den Taliban verhängte "Bann" traf auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Deren Sprecherin Jin Ni sagte, die WHO bemühe sich um ein "besseres Verständnis" der Lage. Der UN-Organisation werfen die Taliban "verdächtige Bewegungen" während einer Impfkampagne vor.

Bereits im vergangenen August hatten die Taliban die Sicherheitsgarantien für das IKRK aufgekündigt. Nach Gesprächen nahm die Organisation ihre Arbeit dann im Oktober wieder auf.

In Afghanistan mangelt es vor allem in ländlichen Regionen an medizinischer Versorgung. Auf dem Land nehmen unter anderem Polio-Erkrankungen zu. (AFP)

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