E-Busse : Der Technologiewandel kommt zu früh

Brüssel verlangt ab 2021 von Verkehrsbetrieben vermehrt E-Busse. In Metropolen mag das funktionieren, auf dem Land aber nicht. Ein Kommentar.

Das Display eines neuen Elektrobusses der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) zeigt Informationen zum Ladezustand des Akkus.
Das Display eines neuen Elektrobusses der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) zeigt Informationen zum Ladezustand des Akkus.Foto: Monika Skolimowska/dpa

Der europäische Gesetzgeber wird Verkehrsbetriebe ab 2021 zwingen, bei Neuanschaffungen in nennenswerten Stückzahlen emissionsfreie, das heißt nach Lage der Technik, rein elektrische Busse zu kaufen.

Dieser Kompromiss, für den eine Mehrheit im Europaparlament und eine Mehrheit der Mitgliedstaaten im Rat gestimmt hat, ist Harakiri – sowohl wirtschaftlich als auch technisch.

Ein rein elektrobetriebener Linienbus kostet etwa doppelt so viel wie der mit Dieselmotor, leistet aber nur ein Drittel so viel. In den Zeiten, die künftig fürs Nachladen der Batterie draufgehen, müssen die Verkehrsbetriebe Ersatzfahrzeuge bereithalten. Das wird teuer, der Kunde muss sich auf steigende Ticketpreise einstellen. Auch technisch ist das Programm gewagt.

Nicht die richtige Wahl

Es mag sein, dass in Berlin, Stuttgart und anderen Metropolen der Technologiewechsel gelingt. Ob aber E-Busse auf dem Land, wo zwischen zwei Haltestellen auch mal 15 Kilometer liegen, schon heute die richtige Wahl sind, das muss bezweifelt werden. Die kommunalen Spitzenverbände haben in den letzten Jahren völlig verpennt, dass hier eine Entscheidung ansteht, die ihnen noch große Probleme bereiten wird. mgra

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