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Economic Partnership Agreement : EU und Japan unterzeichnen Freihandelsabkommen

Das Jefta genannte Abkommen zwischen der Europäische Union und Japan soll im kommenden Jahr in Kraft treten. 99 Prozent der Zölle werden damit wegfallen.

Container im Hafen von Tokio.
Container im Hafen von Tokio.Foto: Kimimasa Mayama/EPA/dpa

Die Europäische Union und Japan haben ihr Freihandelsabkommen besiegelt. "Mit diesem modernen Freihandelsabkommen setzen wir ein wichtiges Zeichen für freien und fairen Handel und stemmen uns gemeinsam gegen weltweit zunehmende protektionistische Tendenzen", sagte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier am Dienstag zur Unterzeichnung der Vereinbarung. "Gleichzeitig erhalten unsere Unternehmen bessere Marktzugangsbedingungen."

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, EU-Ratspräsident Donald Tusk und Japans Premierminister Shinzo Abe unterzeichneten das Abkommen in Tokio. Es soll ein Drittel des weltweiten Bruttoinlandsprodukts umfassen und für rund 600 Millionen Menschen gelten.

Die deutsche Wirtschaft begrüßte das Abkommen. "Das ist ein hoffnungsvolles Signal in einer für den Welthandel sehr schwierigen Zeit", erklärte der Industrieverband BDI. Die EU müsse sich weltweit für offene Märkte und "regelbasierten Handel" einsetzen. "Denn eins ist klar: Höhere Zölle lösen keine Probleme, sie schaffen neue", sagte BDI-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang.

Abkommen soll spätestens 2019 in Kraft treten

Auch der Außenhandelsverband BGA sieht das Abkommen vor dem Hintergrund des von US-Präsident Donald Trump angezettelten Handelskonflikts positiv. "In Zeiten, in denen Präsident Trump die EU zum Feind erklärt, freuen wir uns, dass man dies in der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt anders sieht", sagte BGA-Präsident Holger Bingmann. Die Unterzeichnung sei ein wichtiges Signal gegen Protektionismus und Abschottung.

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) sprach von einem "handelspolitischen Volltreffer". Nun sei eine rasche Ratifizierung durch Rat und Europaparlament wichtig. "Denn damit würde die EU ihre Handlungsfähigkeit in der Handelspolitik unterstreichen", sagte DIHK-Präsident Eric Schweitzer. Das Abkommen soll laut Altmaier bis spätestens 2019 in Kraft treten.

Japan ist nach China der zweitwichtigste Handelspartner der EU in Asien. 2017 betrug das Handelsvolumen zwischen der EU und Japan rund 129 Milliarden Euro. Deutschland exportierte 2017 nach Japan Waren im Wert von rund 19,5 Milliarden Euro. Umgekehrt lieferten Firmen im Wert von 22,9 Milliarden Euro aus dem asiatischen Staat nach Deutschland. (Reuters)

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