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Kriegsbeistand auf Knopfdruck: Elon Musk stellt der Ukraine sein Satellitennetzwerk Starlink zur Verfügung.
© Steve Nesius/Reuters

Satellitennetzwerk Starlink: Elon Musks entscheidender Anteil an den ukrainischen Erfolgen

Dank des Starlink-Netzwerks steht den Ukrainern trotz russischer Zerstörung großflächig Internet zur Verfügung. Für eine Militäreinheit ist das unverzichtbar.

Es waren nur zwei Sätze des reichsten Menschen der Welt, deren Folgen den russischen Angriffskrieg in der Ukraine nachhaltig beeinflussen sollten. „Der Starlink-Service ist jetzt aktiv in der Ukraine. Weitere Empfangsgeräte sind auf dem Weg“, schrieb Elon Musk am dritten Tag des Kriegs auf Twitter. Zuvor hatte ihn der ukrainische Digitalminister Mykhailo Fedorow Musk aufgefordert, sein Starlink-Satellitennetzwerk freizuschalten.

Das Netzwerk verbreitet schnelles Internet aus dem All. Also auch dann, wenn Mobilfunk und lokale Internet-Zugänge ausfallen – oder eben von russischen Streitkräften ausgeschaltet oder zerstört werden.

Durch die Unterstützung von Musks Unternehmen SpaceX konnten ukrainische Zivilisten trotz Besatzung Kontakt mit der Außenwelt aufnehmen.

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Außerdem wurden Unternehmen, die für Energie und Telekommunikation wichtig sind, sowie Krankenhäuser wieder ans Internet angebunden. Und noch wichtiger: Das Militär konnte kommunizieren und dadurch russische Angriffe abwehren oder Gegenoffensiven starten.

Gezielte Drohnen-Angriffe ermöglicht

Vor allem für die Einheit Aeroroswidka ist das Satellitennetzwerk Starlink unverzichtbar geworden, wie verschiedene Medien berichten. Diese betreibt mit Drohnen Luftaufklärung für das ukrainische Militär. Aeroroswidka spürt gegnerische Panzer und andere Fortbewegungsmittel auf – und greift diese auch mit Drohnen an.

So auch derzeitig vor der umkämpften Schlangeninsel im Schwarzen Meer. Der britische Geheimdienst berichtete am Mittwoch, dass die Ukraine die russische Luftabwehr und auch Schiffe, die Nachschub auf die Insel bringen sollen, mit Drohnen getroffen hat.

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Es rächt sich für Russland immer mehr, dass es, seit Musk Starlink Ende Februar in der Ukraine freigeschaltet hat, nicht gelungen ist, das Satellitennetzwerk wieder abzuschalten. Zwar gelang es den russischen Streitkräften bereits, einige Empfangsgeräte zu zerstören. Doch bräuchte Russland, um Tausende von ihnen abzuschalten, die Lufthoheit über der Ukraine. Zudem würde es zu viele Kräfte binden.

Im März hatte das russische Militär sogar kurzzeitig Erfolg mit dem Versuch, das Starlink-Netzwerk mittels elektronischer Kriegsführung zu blockieren. Doch schon einen Tag, nachdem Russland sich auf einem guten Weg wähnte, lieferte SpaceX neue Software aus, die die Pläne zunichtemachten. Das war Musks zweiter Coup – der in Russland nicht unbemerkt bleibt.

Fast unsichtbar, doch unverzichtbar: die Starlink-Satelliten.
Fast unsichtbar, doch unverzichtbar: die Starlink-Satelliten.
© Mads Claus Rasmussen/Reuters

Der Chef der russischen Raumfahrt-Behörde, Dmitri Rogosin, macht dem SpaceX-Chef schwere Vorwürfe. Auf Telegram schreibt der lautstarke Unterstützer des russischen Angriffs, Musk sei „an der Versorgung faschistischer Kräfte in der Ukraine mit Mitteln militärischer Kommunikation“ beteiligt gewesen. Dafür werde er sich „wie ein Erwachsener“ verantworten müssen, so Rogosin weiter.

Dabei ist Musk nicht der einzige, der an der Starlink-Hilfe beteiligt ist. Auch die US-amerikanische Regierung beteiligt sich daran, das Netzwerk großflächig zur Verfügung zu stellen.

Neben den Satelliten, die SpaceX in die Erdumlaufbahn schießt, sind nämlich auch tausende Empfangsgeräte am Boden erforderlich.

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Von den mehr als 10.000 Satellitenschüsseln, die laut Digitalminister Fedorov seit Kriegsbeginn in die Ukraine geliefert worden sind, kamen 3700 direkt von SpaceX. 1300 weitere brachte die US-Behörde für Entwicklungszusammenarbeit. Die restlichen 5000 organisierten weitere Länder oder Privatunternehmen.

Insgesamt können Digitalminister Fedorov zufolge rund 150.000 Menschen in der Ukraine mit Internet versorgt werden. Diese sehen, wie es dem eigenen Militär gelingt, die russischen Angriffe teils zurückzuschlagen. Unter Mithilfe von Starlink – und dadurch eben auch von Elon Musk.

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