• „Es war ein Fehler, ihn als Kunden anzunehmen“: US-Sammelklage gegen Deutsche Bank wegen Geschäften mit Epstein

„Es war ein Fehler, ihn als Kunden anzunehmen“ : US-Sammelklage gegen Deutsche Bank wegen Geschäften mit Epstein

Die Deutsche Bank soll Anleger wegen ihrer Geschäfte mit Epstein um Geld gebracht haben. Jetzt wurde eine Sammelklage gegen die Bank eingereicht.

Das Logo der Deutschen Bank in der New York Stock Exchange.
Das Logo der Deutschen Bank in der New York Stock Exchange.Foto: dpa

Der Deutschen Bank drohen aufgrund ihrer Geschäfte mit dem mittlerweile verstorbenen Sexualverbrecher und Hedgefonds-Manager Jeffrey Epstein weitere rechtliche Konsequenzen. Die US-Kanzlei Pomerantz hat im Namen von Anlegern eine Sammelklage bei einem Gericht in New Jersey eingereicht, wie sie in der Nacht auf Donnerstag mitteilte.

Die Anwaltsfirma will Wiedergutmachung für Kursverluste erstreiten, die angeblich wegen Verstößen gegen US-Wertpapiergesetze und durch die Geschäfte mit Epstein entstanden.

Die Deutsche Bank soll falsche und irreführende Aussagen gemacht haben, bevor sie in der vergangenen Woche eine Strafe der New Yorker Finanzaufsicht DFS in Höhe von 150 Millionen Dollar akzeptierte. Verhängt wurde die Strafe wegen schwerer Versäumnisse der Bank im Fall Epstein.

Wie in den USA mit ihrer umtriebigen Klageindustrie üblich, wirbt Pomerantz nun per Pressemitteilung und öffentlicher Kampagne um Investoren, die sich dem potenziellen Sammelverfahren anschließen. Die Höhe des geforderten Schadensersatzes blieb darin offen.

Die New Yorker Finanzaufsicht hatte der Deutschen Bank jüngst eine Strafe von 150 Millionen Dollar (133 Mio Euro) wegen erheblicher Regelverstöße aufgebrummt, unter anderem in Zusammenhang mit ihren Geschäftsbeziehungen zu Epstein. Die Behörde beschuldigte das Geldhaus, trotz dessen bekannter krimineller Vorgeschichte Geschäfte mit Epstein gemacht zu haben, statt dubiose Zahlungen zu verhindern.

„Es war ein Fehler, Epstein als Kunden anzunehmen“

Ein Sprecher der Deutschen Bank wollte sich mit Verweis auf das laufende Verfahren nicht zu der Klage äußern. Nach der Strafe hatte sich das Unternehmen bereits reumütig gezeigt und erklärt: „Es war ein Fehler, Jeffrey Epstein 2013 als Kunden anzunehmen“.

Die Bank habe daraus gelernt. Ob die Klage zu etwas führt, bleibt abzuwarten. In den USA sind solche Verfahren relativ gängig, sie verlaufen häufig im Sande oder werden irgendwann mit Vergleichen beigelegt.

Der damals 66-jährige Epstein hatte sich im vergangenen Jahr in Untersuchungshaft das Leben genommen, nachdem er wegen erneuter Vorwürfe des Kindesmissbrauchs festgenommen worden war. Bereits 2008 hatte sich der Hedgefonds-Manager schuldig bekannt, eine Minderjährige zur Prostitution gezwungen zu haben, er erhielt dafür eine 18-monatige Haftstrafe.

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Obwohl die Bank Epsteins schreckliche kriminelle Vergangenheit kannte, hat sie es unentschuldbarerweise versäumt, verdächtige Transaktionen in Millionenhöhe aufzudecken oder zu verhindern", hatte DFS-Chefin Linda Lacewell erklärt. Epstein war von August 2013 bis Dezember 2018 Kunde der Deutschen Bank.(dpa, Reuters)

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