„Ethisch nicht vertretbar“ : Julia Klöckner will das massenhafte Kükentöten beenden

Vor dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts spricht sich die Landwirtschaftsministerin für ein Verbot aus. Eine Zeitpunkt nennt sie aber nicht.

Julia Klöckner (CDU), Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, spricht im Deutschen Bundestag.
Julia Klöckner (CDU), Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, spricht im Deutschen Bundestag.Foto: Gregor Fischer/dpa

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) hat sich vor Bekanntgabe des Urteils des Bundesverwaltungsgerichts zum massenhaften Töten von männlichen Küken klar gegen diese Praxis ausgesprochen. „Das Kükentöten ist ethisch nicht vertretbar und muss so schnell wie möglich beendet werden“, sagte sie der Düsseldorfer „Rheinischen Post“. „Tiere nach Geburt sofort wieder zu töten, weil sie ein bestimmtes Geschlecht haben, das darf nicht sein.“

Klöckner betonte, dass ihr Ministerium mit mehr als acht Millionen Euro verschiedene Verfahren und Initiativen fördere, die das Kükentöten künftig überflüssig machen sollten. Einen konkreten Zeitpunkt nannte sie allerdings nicht.

Der stellvertretende Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Oliver Krischer, verwies in der „Rheinischen Post“ darauf, dass es eine serienreife Technik zur Geschlechtsbestimmung im Ei gebe. Diese könne das Schlüpfen und damit auch das Töten männlicher Küken verhindern, sagte er. Die Kosten lägen bei weniger als zwei Cent pro Ei.

Das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig wird für Donnerstagvormittag erwartet. Die Richter hatten abzuwägen, ob Brutbetrieben die Aufzucht der Tiere wirtschaftlich zuzumuten oder ob das Töten der Küken ethisch vertretbar ist. Männliche Küken sind für die Fleisch- und Eierproduktion ungeeignet.

Nordrhein-Westfalen hatte das Kükentöten 2013 untersagt. Die Landkreise Paderborn und Gütersloh setzten die Verfügung um, zwei Brütereien klagten. Das Oberverwaltungsgericht Münster gab den Klagen statt: Die Aufzucht männlicher Küken bedeute für die Brütereien einen „unverhältnismäßigen Aufwand“, urteilten die Richter. Hiergegen gingen die Landkreise in Revision. (epd)

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