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Ex-SPD-Politiker Christ wechselt zur FDP : „Herzlich willkommen bei den Freien Demokraten“

Der Linkskurs der neuen SPD-Spitze passte ihm nicht. Nach seinem Austritt bei den Sozialdemokraten geht Harald Christ zu den Liberalen.

Wechselt von der SPD zur FDP: Harald Christ
Wechselt von der SPD zur FDP: Harald ChristFoto: Wirtschaftsforum der SPD e.V. / Nanna Heitmann

Der frühere SPD-Mittelstandsbeauftragte Harald Christ ist in die FDP eingetreten und will diese nun mit seinem Sachverstand engagiert unterstützen. Der Parteivorsitzende Christian Lindner nannte den 48-Jährigen am Dienstag in Berlin nach der Aufnahme in die FDP „einen der profiliertesten Wirtschaftspolitiker in Deutschland“ und betonte: „Er verstärkt unser wirtschaftspolitisches Profil und vertieft unsere wirtschaftspolitische Positionierung.“

Er habe Christ gebeten, eine Projektgruppe zu leiten, die für den nächsten Bundesparteitag neue Ideen und Maßnahmen erarbeiten solle für die Verstärkung der Aufstiegschancen in der Gesellschaft zur Sicherung der wirtschaftlichen Situation des Landes. „Der Eintritt von Harald Christ ist auch eine Einladung an andere, es ihm nachzutun“, sagte Lindner.

Christ: „Sie erleben mich heute sehr entschlossen“

Christ betonte, er habe sich nach seinem Austritt aus der SPD die nötige Zeit genommen für eine politische Neuorientierung. „Sie erleben mich heute sehr entschlossen, kämpferisch und auch voller Energie, mich politisch-inhaltlich einzubringen. (...) Ich will einen Beitrag leisten, dass die liberale Partei an Stärke gewinnt und vor allem, dass sie ein Koalitionspartner nicht nur im Bund, sondern auch auf Landesebene wird.“ Christ betonte: „Ich werde mein gesamtes Netzwerk, meine gesamte Erfahrung und alle Ressourcen, die ich habe, verwenden, einsetzen, um dieses hier zu erreichen.“ Um Mandate gehe es ihm nicht.

„Herzlich willkommen bei den Freien Demokraten, lieber Harald Christ“, schrieb die FDP am Dienstagmorgen auf Twitter.

Das FDP-Neumitglied räumte ein, dass ihn die Wahl des FDP-Politikers Thomas Kemmerich zum Ministerpräsidenten in Thüringen Anfang Februar mit Stimmen von AfD, CDU und FDP „noch mal nachdenklich gemacht hat“. Ohne die klare Positionierung Lindners dazu würde er „heute nicht hierstehen“.

Der aus Worms in Rheinland-Pfalz kommende Christ war wegen des Linkskurses der neuen SPD-Vorsitzenden Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans aus seiner alten Partei ausgetreten. Er ist Inhaber einer Kommunikationsberatung mit - nach seinen Angaben - 80 Mitarbeitern. 2009 gehörte er dem Schattenkabinett des SPD-Kanzlerkandidaten Frank-Walter Steinmeier als potenzieller Wirtschaftsminister an.

Christ ist bereits der zweite prominentere ehemalige Sozialdemokrat, der zu den Liberalen übergetreten ist. Beim Dreikönigstreffen in Stuttgart hatte der FDP-Vorsitzende den Ex-Bundestagsabgeordneten und ehemaligen Chef der Bundesarbeitsagentur, Florian Gerster, als „ganz frisches Neumitglied“ präsentiert. Die FDP hat sich zum Ziel gesetzt, ehemalige Anhänger und Wähler von SPD und CDU für sich zu gewinnen, die von diesen Parteien enttäuscht sind und sich politisch heimatlos fühlen. (dpa)

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