Fall Breonna Taylor : US-Polizist wird drei Monate nach tödlichen Schüssen auf Schwarze entlassen

Die Afroamerikanerin Breonna Taylor wird im März in ihrer eigenen Wohnung von einem Polizisten erschossen. Nun gibt es Konsequenzen.

Ein Plakat auf einer Antirassismus-Demo Ende Mai in Hollywood zeigt das Portrait von Breonna Taylor, die durch Schüsse eines Polizisten starb.
Ein Plakat auf einer Antirassismus-Demo Ende Mai in Hollywood zeigt das Portrait von Breonna Taylor, die durch Schüsse eines...Foto: Agustin PAULLIER/AFP

Drei Monate nach den tödlichen Schüssen der Polizei auf die Afroamerikanerin Breonna Taylor in ihrer eigenen Wohnung wird einer der beteiligten Beamten entlassen. Der Bürgermeister der Stadt Louisville im US-Bundesstaat Kentucky, Greg Fischer, erklärte am Freitag, die Prozedur zur Entlassung des Polizisten Brett Hankison sei eingeleitet worden. Näheres könne er wegen gesetzlicher Vorschriften nicht mitteilen.

Die Bekanntgabe der Entlassung des Polizisten erfolgte just am Gedenktag „Juneteenth“, bei dem an das Ende der Sklaverei in den USA 1865 erinnert wird. Angesichts der landesweiten Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt gegen Schwarze kam dem Gedenktag in diesem Jahr eine besondere Bedeutung zu.

Taylors Tod Mitte März hatte für Empörung gesorgt. Weiße Polizisten in Zivil hatten bei einer nächtlichen Drogenrazzia Taylors Wohnung gestürmt, während die 26-jährige Notfallsanitäterin und ihr Freund schliefen. Taylors Freund glaubte nach Angaben seines Anwalts an einen Überfall und eröffnete mit einer Waffe, die er rechtmäßig besaß, das Feuer. Bei dem folgenden Schusswechsel wurde Taylor von mindestens acht Kugeln getroffen.

Die Polizisten hatten einen Durchsuchungsbefehl, der es ihnen erlaubte, unangekündigt die Wohnung zu stürmen. Sie beteuern aber, mehrfach geklopft zu haben, bevor sie die Tür mit einem Rammbock öffneten. Die Anwälte von Taylors Familie bestreiten das.

Konsequenzen erst nach Monaten

Bei der Durchsuchung wurden keine Drogen gefunden. Die Polizisten blieben bislang unbehelligt. Vor wenigen Tagen forderte Pop-Star Beyoncé deswegen Konsequenzen für die Beamten.

Taylors Tod reiht sich ein in eine ganze Serie tödlicher Polizeieinsätze gegen Schwarze in den USA. Der Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz in der Großstadt Minneapolis im Mai löste landesweite Proteste aus und führte zu Forderungen nach tiefgreifenden Reformen bei der Polizei. (AFP)

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