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Fall Jamal Khashoggi : Deutschland verhängt Einreisesperren gegen 18 Saudis

Deutschland zieht aus der Tötung Jamal Khashoggis Konsequenzen – 18 Saudis werden mit Einreisesperren belegt. Der Kronprinz soll aber nicht dazu gehören.

Mitglieder der arabisch-türkischen Medienvereinigung und Freunde nehmen am 16. November an Trauergebeten für den ermordeten Journalisten Jamal Khashoggi teil.
Mitglieder der arabisch-türkischen Medienvereinigung und Freunde nehmen am 16. November an Trauergebeten für den ermordeten...Foto: Emrah Gurel/dpa

Deutschland belegt wegen der Tötung des saudi-arabischen Regierungskritikers Jamal Khashoggi 18 saudische Staatsangehörige mit Einreisesperren. Die Betroffenen stünden mutmaßlich in Verbindung zu der Tat, sagte Außenminister Heiko Maas (SPD) am Montag am Rande eines EU-Treffens in Brüssel. Er betonte, die Bundesregierung stimme sich in der Frage eng mit Frankreich und Großbritannien ab und behalte sich "weitere Schritte" vor.

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Deutschland verhängt im Fall Kashoggi 18 Einreisesperren
Deutschland verhängt im Fall Kashoggi 18 Einreisesperren

Mit der Maßnahme reagiert die Bundesregierung auf die bislang vorliegenden Ermittlungsergebnisse zu dem Fall. Demnach war der im US-Exil lebende Khashoggi am 2. Oktober im Konsulat seines Heimatlandes Saudi-Arabien in Istanbul umgebracht worden. Er hatte dort Dokumente für seine Hochzeit mit einer Türkin abholen wollen. Unter immensem internationalem Druck gab Riad erst viel später den Tod des „Washington-Post“-Kolumnisten zu.

In einem Tweet des Außenministeriums hieß es, im Fall Khashoggi gebe es weiterhin mehr Fragen als Antworten.

Die Staatsanwaltschaft beschuldigt hochrangige Regierungsmitarbeiter, eigenmächtig ein 15-köpfiges Spezialteam zur Ausführung der Tat geschickt zu haben. Riads Generalstaatsanwalt hatte zuletzt für fünf Beteiligte die Todesstrafe gefordert - angeklagt würden elf. Auch der saudische Kronprinz könnte nach Medienberichten in den Fall verwickelt sein.

US-Medien berichteten, dass der Auslandsgeheimdienst CIA zu der Einschätzung gelangt sei, dass der Thronfolger Mohammed bin Salman selbst die Tötung des Journalisten und Regierungskritikers im Konsulat in Istanbul angeordnet habe. Dies sei das Ergebnis der Auswertung mehrerer Quellen, schrieb die „Washington Post“.

Das Außenministerium in Washington stellte am Samstag aber klar, dass keine abschließende Bewertung im Fall Khashoggi getroffen worden sei. Der Kronprinz soll auch nicht auf der Liste der 18 Personen stehen, die jetzt von Deutschland mit Einreisesperren belegt werden. (dpa)

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